Hilden: Portrait der Musikschulleiterin Eva Dämmer

Hilden : Leidenschaft für Musik und Theater

Eva Dämmer leitet seit fünf Jahren die Musikschule Hilden. Und seit kurzem auch noch das Kulturamt. Die RP hat sie auf einen Kaffee am alten Markt getroffen.

Wer Eva Dämmer schon einmal live in Aktion erlebt hat, der weiß: Da agiert eine Frau ganz in ihren Elementen - Musik und Theater.

Die neue Leiterin des Kulturamts und der Musikschule sprüht vor Energie.

Gerade hat sie noch mit Bürgern am langen Tisch auf dem alten Markt Ideen für den zukünftigen Hildener Sommer erörtert. Nur wenige Minuten später führt sie ein informatives Gespräch mit der RP über ihren Werdegang in der Kleinen Olive am alten Markt: „Ich habe schon als Kind leidenschaftlich gerne getanzt und Musik gemacht.“

Sie wird als Jüngste von drei Mädels im November 1962 in Solingen geboren. Der Vater war ein Tüftler, die Mutter schrieb eine Geschichte der Solinger Frauenbewegung. Die Eltern seien beide sehr musikalisch gewesen und hätten allen drei Kindern die Möglichkeit geboten, ein eigenes Instrument zu lernen.

„Ich habe mit Blockflöte begonnen. Als dann später - eigentlich für meine älteste Schwester - ein Klavier ins Haus kam, war das Liebe auf den ersten Blick.“

Eva spielt dies Instrument im Alter von zehn Jahren so leidenschaftlich gerne, dass es erst als letztes bei einem Familien-Umzug in den Transporter eingeladen werden darf. „Hast Du deine Hausaufgaben schon gemacht?“, musste die Mutter später immer fragen, weil die Tochter entschieden lieber Klavier spielte.

Trotzdem hat sie 1982 am Geschwister-Scholl-Gymnasium Abitur gemacht und noch im selben Jahr ein Musikstudium an der Universität Wuppertal begonnen.

Schwerpunkt? Klar, Klavier! Dabei hätte auch die Schauspielerei das Lieblingsfach werden können, denn Eva war ab Klasse 10 auch vom Theater wild begeistert. „Aber die Eltern fanden Musik dann doch solider.“

Schon 1983 begann die begabte Tochter an der Musikschule Haan parallel zum Studium zu unterrichten. Mit knapp 27 Jahren avancierte sie in der Gartenstadt zur Leiterin der Schule.

Und dort konnte Eva Dämmer nun beginnen, ihre beiden großen Leidenschaften kreativ auszuleben, und zwar mit der Organisation und Inszenierung von Musicals für Kinder. Ihre Augen strahlen, wenn sie erzählt, wie sie mit den Schülern der  Bollenbergschule „Tuishi Pamoja“ (Wir wollen Freunde sein) einstudierte. Und später jedes Jahr ein selbst kreiertes Musikstück mit bis zu 320 Kindern auf die Bühne stellte. „Das kostet eine Menge Kraft.“

Parallel dazu war ja auch die Musikschulleitung und die von ihr gegründete  Samba-Trommel-Gruppe zu stemmen. „Miteinander Musik zu machen ist für mich das Größte. Man kann seine Gefühle ausdrücken. Musik dann auch noch in Bewegung umzusetzen und bei Kindern zu sehen, wie ihr Selbstbewusstsein wächst und ihr Stolz, dass ist für mich einfach erfüllend.“

Nach dem ganz privaten Musikgeschmack gefragt, antwortet Dämmer mit: „Barock und Bach“. Es darf auch gerne Romantik von Johannes Brahms und Robert Schumann sein. Sie schätze außerdem modernere Musik: Jazz und Lateinamerikanisches, das sie manchmal mit Kollegen in einer Haaner Band spielt.

Als Ausgleich fährt die agile Musik-Macherin dann gerne an die holländische Küste. „Ich muss nicht in die Ferne schweifen.“

Es sollten aber viele Bücher ins Gepäck, denn als Schnellleserin konsumiert sie bis zu zehn Bücher pro Woche. Kartenspiele wie neuerdings wieder Canasta dürfen ebenfalls in den Koffer.

Die Lieblingsgarderobe hat häufig die Farbe Blau und der Lieblingsfilm heißt „Grüne Tomaten.“ Und so ganz privat verrät sie, dass sie mit Ehemann Walter im vorletzten Jahr nach Hilden umgezogen ist.

Eigene Kinder habe sie nicht, „aber immerhin knapp 3000 in der Schule“. Bei dem Satz spürt man als Zuhörer wieder die Begeisterung, die Dämmer antreibt, neben ihrem Job als Leiterin der Hildener Musikschule (seit 2014), nunmehr auch noch das Kulturamt zu leiten. „Ich bin ein sehr leidenschaftlicher Mensch. Mein neues Amt erlebe ich als Erweiterung der Möglichkeiten, neue Strategien für die Musik und für das Theater zu entwickeln.“

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