Hilden Pannen beim Abriss Supermarkt Beethovenstraße

Baustelle in Hilden : Behelfsampel muss versetzt werden

Der Abriss des Norma-Marktes an der Beethovenstraße wird vorbereitet. An der Baustelle muss nachgebessert werden. Am Dienstag ordnete die Bauaufsicht an, dass die mitten vor der westlichen Feuerwehr-Zufahrt platzierte Fußgängerampel versetzt werden muss. Sie sei dort ohne Genehmigung und entgegen getroffener Absprachen aufgestellt worden, erklärte Karin Herzfeld, die stellenvertretende Leiterin des Amtes.

Der Abriss des „Norma“-Marktes an der Beethovenstraße hat begonnen. Aber es scheint nicht alles glatt zu laufen. Bewohner des benachbarten Hochhauses Beethovenstraße 33 wiesen die Rheinische Post darauf hin, dass durch die Baustellen-Einrichtung die Feuerwehrzufahrten von beiden Seiten versperrt würden.

In der Tat ist es weit schwieriger als vorher geworden, an das Haus zu gelangen. Auf der Seite des Eingangs führt nur ein schmaler, durch Schikanen aus Baustellen-Baken verwinkelter Fußweg zur Eingangstür. Entlang der Fahrflächen eines benachbarten Garagenhofes stehen Gitter. Auf dieser Fahrbahn – erreichbar über den Stichweg von der Johann-Sebastian-Bach-Straße aus – hätten früher Einsatzfahrzeuge stehen können. Jetzt müsste – im Falle eines Brandes – die Löschwasserversorgung über einen längeren Schlauchweg an die beiden Steigleitungsanschlüsse des Gebäudes gekoppelt werden.

Während vom parallel zur Beethovenstraße verlaufenden Stichweg aus die Feuerwehrzufahrt von der Gebäuderückseite erreichbar ist – sofern es dort keine Falschparker gibt – ist die Zufahrt von der Beethovenstraße aus versperrt. Und zwar durch eine provisorisch aufgestellte Fußgängerampel. Das Ampelmännchen mit den ausgebreiteten Armen hat da Symbolcharakter. Allerdings nicht mehr lange. Die Ampel sei ohne Genehmigung und entgegen der vor dem Abbruch getroffenen Absprachen an dieser Stelle aufgestellt worden und müsse jetzt versetzt werden, erklärte Karin Herzfeld, stellvertretende Leiterin des Amtes für Bauordnung und Bauaufsicht. Der Brandschutz für das Hochhaus sei ansonsten allerdings nicht beeinträchtigt, erläuterte Herzfeld unter Hinweis auf separate Treppenhäuser und im Gebäude verlegte, von außen zugängliche Löschwasser-Leitungen.

Hildens Feuerwehr-Chef Hans-Peter Kremer erklärte auf Anfrage, die Brandschutzaspekte rund um den früheren „Norma“-Markt seien mit der Feuerwehr abgestimmt worden. Das Gebäude Beethovenstraße 33 ist so hoch, dass die Feuerwehr mit ihrer Drehleiter die oberen Etagen nicht erreichen könnte. Ein weiteres Problem ist hausgemacht. Immer wieder entstehen vor dem Hochhaus große Sperrmüllhaufen. So hatte sich in den letzten Wochen wieder Unrat angesammelt, der die Passage des Fußwegs am Haus entlang sehr erschwerte. Gestern Vormittag waren mehrere Mitarbeiter eines Gebäudeservice-Unternehmens dabei, die Altmöbel und den ausgedienten Hausrat auf einem Haufen am Wendeplatz des hinteren Zufahrtsweges aufzustapeln.

Der erschwerte Rettungsweg ist nicht die erste Panne, die rund um den Abriss des Supermarktes passierte. Im Juni verschwand der Briefkasten. Nach Protesten des Behindertenbeirates stellte die Deutsche Post wenig später einen neuen Briefkasten auf. Der war dann aber wegen des Baustellenzaunes nicht erreichbar. Nach neuerlichen Protesten wurden die Baustellengitter umgesetzt. Aber: Der Briefeinwurf ist jetzt verschraubt. Eine Anwohnerin versteht die Welt nicht mehr. „Haben manche Leute ihren Kopf eigentlich nur noch zum Haareschneiden?“ fragte sie sich. Der Briefkasten hätte leicht in den Bereich der Bushaltestelle versetzt werden können, meinte die Anwohnerin. Dort hätte auch die Möglichkeit bestanden, für die Leerung kurz anzuhalten.

Die Liwon Real Estate GmbH, eine Beteiligung der Greyfield Group Essen, hat das rund 4000 Quadratmeter große Areal gekauft und mit der Liwon Hilden GmbH eigens eine Objektgesellschaft gegründet. Das marode Nahversorgungszentrum soll abgerissen und durch einen Neubau mit 105 barrierefreie Mietwohnungen – überwiegend Ein- und Zweiraum-Wohnungen, aber auch drei bis vier Zimmer für Familien. Im Erdgeschoss entstehen drei Gewerbeeinheiten, damit der Nahversorgungscharakter beibehalten wird. Im Jahre 2020 wird das Objekt fertiggestellt und mit der Vermietung begonnen. Zu diesem Zeitpunkt würden auch weitere Informationen zu den Mietkonditionen veröffentlicht, teilte die Liwon Hilden GmbH der Bürgeraktion Hilden Ende Juli mit. Die Mietpreise orientierten sich aber an der Entwicklung des Wohnungsmarktes in Hilden, würden aber nicht staatlich subentioniert. „Von dem Hochpreissektor wird jedoch Abstand genommen, da die Wohnungen für eine große Bandbreite der Bevölkerung gebaut werden“, heißt es weiter.

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