Hilden Musikschule

Musikschule verabschiedet ihren stellvertretenden Leiter.: Thomas Volkenstein war für Hilden ein Glücksfall

Kollegen, Weggefährten und Freunde sagten im Heinrich-Strangmeier-Saal ade.

Letztlich entscheide nicht das Talent, sondern mehr der Fleiß darüber, ob man ein Instrument gut beherrsche. Das hat Thomas Volkenstein einmal unserer Zeitung gesagt. Es trifft auch auf ihn selbst zu. Der stellvertretende Leiter der Musikschule Hilden hat seine Aufgabe sehr gut gemacht, waren sich alle Redner bei seiner Verabschiedung einig. Er hatte nicht nur Talent, sondern war auch noch fleißig und sehr engagiert dazu. In mehr als 30 Jahren hat er mehreren Generationen von Schülern Klarinette und Saxophon beigebracht, das Sinfonische Blasorchester aufgebaut und die Musikschule zu einer sehr erfolgreichen und angesehenen Kultureinrichtungen maßgeblich mit entwickelt.

Bürgermeisterin Birgit Alkenings nannte ihn einen „begnadeten Motivator, der es versteht, aus jedem das Beste herauszuholen“. Mit „sehr großer Herzlichkeit“ sei er allen stets begegnet. Und das Konzert zum 30-jährigen Bestehen des Sinfonischen Blasorchesters sei ein „grandioses Erlebnis mit Pauken und Trompeten“ gewesen.

Ein Vollblut-Musiker und begnadeter Pädagoge: Thomas Volkenstein.⇥ RP-Foto: Stephan Köhlen Foto: Köhlen, Stephan (teph)

„Thomas Volkenstein war für Hilden ein Glücksfall“, sagte Kulturdezernent Sönke Eichner. Aber auch umgekehrt hat Hilden ihm Glück gebracht. 1975 wurde er hier in das Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr aufgenommen. Dort lernte er seinen Freund und Weggefährten, Karl Hentschel, kennen. Der langjährige Leiter der Musikschule hat ihre erste Begegnung nie vergessen: „Bei der Aufnahmeprüfung wurde ich angeschnauzt: Der Schnäuzer müsse ab oder ich könne gleich wieder gehen. Auf dem Flur traf ich Thomas. Er gab mir seinen Rasierapparat.“ In Hilden lernte Thomas Volkenstein seine Frau Edeltraut kennen. In Hilden wurden seine beiden Söhne geboren. 1989 holte Karl Hentsel Thomas Volkenstein als Musiklehrer nach Hilden. Beide bildeten ein so enges Team, dass die Kollegen sich lange den einen ohne den anderen gar nicht vorstellen konnten. Sie habe in den vier Jahren gemeinsamer Arbeit die eine oder andere Spielregel hinterfragt, räumte Musikschulleiterin Eva Dämmer ein: „Aber wir haben immer eine gute Lösung gefunden – und sind Freunde geworden.“ Die Kollegen stellten einen Chor auf die Bühne und verabschiedeten Volkenstein mit einem „Dankeslied“ – nebst einem Kurzurlaub in Berlin.

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„Ich habe in Hilden und Langenfeld meine zweite Heimat gefunden“, gestand Thomas Volkenstein und dankte seinen „fantastischen Wegbereitern und Förderern“ und seinem „nettem und kreativem Kollegium“: „Musikpädagoge ist für mich nach wie vor der schönste Beruf der Welt.“ Die Musikschule Hilden sei sehr gut aufgestellt: „Das ist eine Gemeinschaftsleitung des gesamten Kollegiums.“ 2012 musizierte das Sinfonische Blasorchester der Musikschule gemeinsam mit dem Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr.. Thomas Volkenstein durfte das Ausbildungsmusikkorps dirigieren – das Orchester, in dem er einst ausgebildet worden war. Das sei ein sehr bewegender Moment gewesen, dankte er dessen Leiter Oberstleutnant Michael Euler: „Wir sind Freunde geworden.“

Für die Musikschule wünsche er sich, dass die Honorarstellen in feste Stellen umgewandelt werden. Dafür gab es viel Applaus. Denn von den Honoraren allein könnten die Kollegen nicht leben. An erster Stelle soll künftig seine Frau Edeltraud stehen, versprach Thomas Volkenstein: „Ihrer tollen Fürsorge ist es zu verdanken, dass ich mich bester Gesundheit erfreue.“ Dann wolle er mehr Sport treiben – „um dem Rollator vorzubeugen“, lesen und reisen: „Berlin ist eine wunderschöne Stadt.“

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