Offene Gartenpforte Rheinland Hildenerin führt Gäste durch ihr eigenes Paradies

Hilden · Maria Wittek beteiligt sich mit ihrem Rosengarten im Kleingartenverein Am Stadtwald an der Aktion „Offene Gartenpforte“. Ihre Tipps gibt sie mündlich – und in Buchform – an Interessenten weiter. Sie weiß, warum Pferdemist besser als Chemie ist.

Es braucht Geduld, um einen Garten gedeihen zu lassen, weiß Maria Wittek.

Es braucht Geduld, um einen Garten gedeihen zu lassen, weiß Maria Wittek.

Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Eigentlich steht das Tor zum Garten von Maria Wittek sowieso offen, wenn sie vor Ort ist – und das ist sie ziemlich oft: „Hier verbringe ich meine ganze Freizeit“, verrät die Ruheständlerin, während sie von ihrer schattenspendenden Laube aus auf ihre blühenden Beete schaut. Seit Jahren führt sie während der Sommerfeste des Kleingartenvereins Am Stadtwald Gäste über ihre Schrebergartenparzelle und gibt ihnen allerlei Tipps mit auf den Weg. „Ich erkläre zum Beispiel, wie man Gemüse ohne Chemie anbaut“, sagt sie. Pferdemist, den ihr Ehemann von einem Hof bekomme, bilde dazu die Basis. Dazu kämen unter anderem Kompost und Hornspäne.

In diesem Jahr wiederum nimmt Maria Wittek erstmals – und als aktuell einzige Hildenerin – an der Aktion „Offene Gartenpforte Rheinland“ teil, im Zuge derer hunderte private Gartenbesitzer von Kleve bis Neuwied an festgelegten Tagen ihre Tore für Besucher öffnen. „Meine Tochter hat mich angemeldet“, erzählt Wittek. Am 8. und 9. Juni begrüßt sie nun ganz offiziell Pflanzenliebhaber und Hobbygärtner aus der ganzen Region. Und die bekommen auf dem 300 Quadratmeter großen Fleckchen Erde eine Menge zu sehen: Neben den Gemüsebeeten, in denen Zwiebeln, Möhren, Erbsen, Bohnen, Paprika und Kartoffeln gedeihen, zeigen vor allem Rosen ihre ganze Vielfalt: Vor dem Gartenhaus etwa hat sich die Kletterrose „Bobby James“ mitsamt ihrer dichten, weißen Blüten ausgebreitet. „Sie ist schon 18 Jahre alt“, verrät Wittek. Stammrosen, Strauchrosen, Alte und Englische Rosen – eine ganze Reihe von Spielarten der romantischen Blume entfaltet sich an insgesamt 56 Stöcken.

Buchstäblich jeder Winkel des Gartens bietet leuchtende Blickfänge. Und überall duftet es. „Die Liebe zu Mutter Natur ist mir in die Wiege gelegt worden“, sagt die gebürtige Schlesierin Wittek, die in dörflicher Umgebung aufwuchs. Auch ihr Vater sei ein leidenschaftlicher Gärtner gewesen. Als ihr Steckenpferd betrachtet Wittek den Bauerngarten. „Mein erster eigener war gerade einmal drei oder vier Quadratmeter groß“, erinnert sie sich. Seit 1987 lebt Wittek mit ihrer Familie in Hilden. Und dort überzeugte sie Pflanzenfreunde im Jahr 2000 bei der Aktion „Mein schöner Garten“: Damals gestaltete die einstige Mitarbeiterin der katholischen Pfarrgemeinde St. Jacobus den Vorgarten des Diensthauses als „Bauerngarten mit mediterranem Einfluss“, wie sie berichtet, und pflanzte dabei Buchsbaum und Dattelpalme auf das grüne Areal.

In ihrer ersten Hildener Wohnung habe sie die Gartenarbeit vermisst, weil es nur einen kleinen Balkon gegeben habe, erzählt Wittek. So rückte das Konzept Schrebergarten ins Blickfeld. Seit 2006 ist der Kleingartenverein Am Stadtwald ihr gärtnerisches Zuhause. „Das hier ist mein Paradies, hier fühle ich mich richtig wohl“, schwärmt sie. Auf dem Tisch in der Laube liegt derweil ein Ringbuch mit dem Titel „Mein Gartenbuch.“ Und in das investierte Wittek offensichtlich eine Menge Arbeit: Handschriftlich hat sie sich darin der Historie des Bauerngartens mit allen Facetten gewidmet, Informationen über Kräuter eingebaut – und zugleich ihre ganz eigene Garten-Geschichte verewigt, in der sie viele Erfahrungen mit Interessierten teilt. Die Texte sind auf den zahlreichen Seiten flankiert von allerlei Fotos aus dem eigenen Garten in Frühling, Sommer und Herbst mitsamt der Gewächse, die in der jeweiligen Jahreszeit Blüten und Früchte tragen. „Jeder, der möchte, kann darin blättern“, sagt Wittek. Für die nähere Zukunft plant sie, ihr Buch in Druck zu geben. Zunächst aber freut sich die passionierte Gärtnerin darauf, möglichst vielen Besuchern die blühenden Ergebnisse ihrer Arbeit zu zeigen. Der Weg bis dahin war ein weiter, wie sie verrät: „Ein Garten lehrt Menschen, geduldig zu werden.“

Bei der „Offenen Gartenpforte“ öffnet Wittek ihre Schrebergartenparzelle – Garten Nummer vier in der Kleingartensiedlung an der Taubenstraße 61 – am Samstag, 8. Juni, von 11 bis 17 Uhr sowie tags drauf von 13 bis 17 Uhr.

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