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Hilden: Lucia-Tag will Frauen mit Brustkrebs Mut machen

Hilden : Lucia-Tag will Frauen mit Brustkrebs Mut machen

Täglich sterben in Deutschland etwa 50 Frauen an Brustkrebs. Im Jahr sind das 17.500 Menschenleben. Nackte Statistiken, hinter denen jedoch persönliche Schicksale stehen, sich Angst und Wut verbergen, in vielen Fällen neu entfachter Kampfgeist und Lebenslust, in anderen wiederum trostlose Resignation und Verlust.

All diese Schicksale fanden sich jetzt zum ersten Hildener Lucia-Tag auch in der Reformationskirche am alten Markt ein, um an all jene zu gedenken, die den Kampf verloren haben und für all jene zu beten, die mittendrin stehen. Die Förderinitiative Senologie (Fis) Hilden hatte gemeinsam mit der Senologie-Abteilung des St.-Josefs-Krankenhauses zu einer ökumenischen Andacht eingeladen.

Die Kirchenglocken läuteten zur gut besuchten Andacht, die ursprünglich auf dem Marktplatz geplant war und aufgrund des andauernden Regens in das Gotteshaus verlegt wurde. Dort hatten sich die Kirchenbänke mit entsprechendem Corona-Abstand zahlreich gefüllt. Viele Frauen, aber auch einige Männer wohnten dem Moment bei. Zu diesem besonderen Anlass lagen 50 Kerzen zu einem Kreuz geformt vor dem Altarraum, symbolisch für die 50 Frauen, die jährlich an Brustkrebs sterben. Die evangelische Pfarrerin Esther Pippig und die katholische Krankenhausseelsorgerin des St.-Josefs-Krankenhauses führten durch die Andacht, sprachen Fürbitten und beteten mit den Anwesenden. Für die musikalische Untermalung sorgten Schüler der Musikschule.

Ein würdevoller Moment, empfand auch Fis-Vorsitzende Dagmar Volmer. „Uns war es schon länger ein Anliegen, einen Lucia-Tag in Hilden zu organisieren.“ Die Umstände hatten es bislang nicht zugelassen und auch in diesem Jahr wären die Bemühungen aufgrund von Corona beinahe gescheitert. Doch die Premiere gelang. Volmer freute sich über die gute Resonanz und nahm am Ende der Andacht viel Dankbarkeit der Teilnehmenden entgegen.

Das Thema Brustkrebs gehöre nicht abgeschoben, sondern mitten in die Gesellschaft. Das sei auch ein Anliegen des 2001 gegründeten Vereins mit aktuell rund 100 Mitgliedern, der sich für Aufklärung einsetzt sowie für bessere Behandlungsmöglichkeiten und Beratung von Patienten. Nicht alle Mitglieder sind Betroffene. In Hilden, sagt Volmer, sei man durch das Brustzentrum eigentlich gut aufgestellt. Dennoch sorgten auch solche Aktionen, dass das Thema präsenter wahrgenommen werde und dadurch eventuell auch mehr Vorsorge betrieben werde.

Auch im kommenden Jahr, bestätigte Volmer, wolle der Verein den Aktionstag durchführen, der auf ein schwedisches Heiligenfest zurückgeht.