Hilden: Kirche voll bei Dreh mit „Joyful Voices“

Hilden : Kirche voll bei Dreh mit „Joyful Voices“

Der Gospelchor will bester Chor im Westen werden. In der Reformationskirche gaben Sänger und Fans ihr Bestes.

Allein schon die Nominierung ist eine Sensation: Der Gospelchor „Joyful Voices“ ist Kandidat für die WDR-Wettbewerb „Der Beste Chor im Westen“. Ihren 90-sekündigen Vorstellungsclip, der Mitte November bei ihrem TV-Auftritt gesendet wird, drehte eine kleine TV-Crew am Sonntag in der Reformationskirche. Der Chor und zahlreiche Fans gaben alles, um in der kurzen Sequenz einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Chorleiterin Larissa Zöllner konnte es irgendwie immer noch nicht glauben, als sie voller Elan im prall gefüllten Gotteshaus stand, im Rücken ihr rund 40-köpfiger Gospelchor, vor ihr, hunderte Menschen, die neugierig von den Kirchenbänken aus zu ihr schauten. „Ich bin geflasht, wie viele Leute in der Kirche sind“, sprach Zöllner durchs Mikrofon.

Eigentlich hatte sie die Bewerbung zum Wettbewerb vor einigen Wochen nur abgeschickt, damit ihre Chormitglieder ihr nicht länger in den Ohren lagen. „Immer wieder hatten Leute vom Chor mich darauf angesprochen, dass wir uns doch bewerben sollten, aber ich habe nie dran geglaubt, dass wir ausgewählt werden würden“, gibt Zöllner offen zu. Warum? „Wir singen zwar mit viel Liebe und Hingabe und haben auch wirklich viel Spaß, aber es gibt so viele andere Chöre, die wesentlich professioneller unterwegs sind.“

In „Joyful Voices“ gebe es kein Aufnahmeverfahren, jeder der Spaß am Singen habe, könne mitmachen. Umso überraschter war sie, als dann kürzlich die Nachricht mit der Einladung für die Sendung bei ihr ankam.  „Wir sind ausgeflippt“, erinnert sich Zöllner.

Vor den Dreharbeiten in der Reformationskirche habe es keine großen Vorbereitungen gegeben, verriet die Chorleiterin. „Wir proben fleißig für unseren Auftritt am 16. November in der Sendung, aber für den Vorstellungsfilm sollten andere Lieder zu hören sein.“ Zöllner wählte drei kurze Stücke, die sich in Schleife miteinander verbinden lassen und die seit Gründung des Chores vor 15 Jahren zum Repertoire gehören: „Amen“, „He‘s got the whole world in his hands“ und „Rock my soul in the bosom of Abraham“. Einige der Chormitglieder gaben vor den Aufnahmen offen zu, keine Nervosität zu verspüren. Auch Zöllner fühlte sich in vorderster Front vor dem heimischen Publikum pudelwohl.

Gemeindemitglieder Ellen Treppmann und Gundi Wolf waren nach dem Gottesdienst gern noch in der Kirche geblieben, um bei den Dreharbeiten als Publikum mitzuwirken und so ihren Gospelchor zu unterstützen. „Ich finde den Chor einfach klasse, es macht Spaß ihnen zuzuhören und mitzusingen“, berichtete Treppmann. „Sie haben alle so tolle Stimmen und das Temperament der Chorleiterin ist einfach super, da kann man gar nicht anders, als aufzustehen und mitzuklatschen“, fügte Wolf hinzu. Christiane Bexkens und Ina Theophil hingegen gehören als Katholiken zwar nicht der Gemeinde an, kennen den Gospelchor aber von anderen Auftritten und wollten ebenfalls als Publikum unterstützen. „Ich bin hauptsächlich wegen der Musik hier“, sagte Bexkens. „Die hat so viel Power und ist so schön, da kann man gar nicht anders als mitmachen.“ Sie selbst habe sogar schon Workshops besucht und auch ein Gospelkonzert in den USA erlebt. „Die Musik ist einfach großartig.“ Auch Theophil war gern gekommen. „Ich finde es klasse, dass sie sich beworben haben und drücke ganz fest die Daumen, dass sie weit kommen.“

So voll wie gestern ist die Reformationskirche nicht alle Tage. Viele Hildener wollen den Chor unterstützen. Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Tatsächlich dauerten die Dreharbeiten mehrere Stunden: Die Tonaufnahmen waren nach drei Takes schnell im Kasten, die Filmsequenzen allerdings mussten mehrfach, aus verschiedenen Blickwinkeln gedreht werden. Das fertige Produkt ist bei der Ausstrahlung des ersten Auftritts von „Joyful Voices“ im WDR-Fernsehen zu sehen.

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