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Hilden: Jazz im Park feiert rundes Jubiläum

Hilden : Jazz im Park feiert rundes Jubiläum

Eine alte Villa mit idyllischem Park, hinreißende Jazz-Musikerinnen, zwei Programm-Macher mit hohen Ansprüchen, begeisterte Zuhörer und eine Venen-Klinik mit einem Faible für Musik: Das sind die Zutaten für die Reihe „Jazz in der Klinik im Park“. Am 11. Februar steigt das 50. Konzert.

„Dagmar sings with the sound and soul of an angel!“ Dieses Kompliment (auf deutsch: „Dagmar singt mit dem Klang und der Seele eines Engels“) hat der amerikanische Posaunist, Bandleader und Hochschullehrer Jiggs Whigham der Sängerin Dagmar Bunde gemacht. Sie gilt als eine der ganz großen deutschen Jazzsängerinnen und bestreitet am Freitag, 11. Februar, um 19 Uhr das 50. Konzert der Reihe „Jazz in der Klinik im Park“ an der Hagelkreuzstraße 37.

Die in Köln geborene Sängerin und Komponistin ist ein Naturtalent mit fundierter Ausbildung. Ihr Markenzeichen: ein Höchstmaß an Virtuosität und Musikalität, dynamisch-gefühlvoll, ausdrucksstark, authentisch und puristisch. Für ihr CD-Album „My Jazz“ ihres bereits 1990 gegründeten Dagmar-Bunde-Quartetts und mit ausschließlich modernen Jazzkompositionen aus der eigenen Feder erhielt sie gleich vier „Beste Preise“ beim Deutschen Rock & Pop Preis 2013. Begleitet wird Dagmar Bunde  neben Henning Galling (Bass) von Axel Fischbacher (Guitar) und Peter Baumgärtner (Drums).

 Jazzsängerin Dagmar Bunde tritt am 11. Februar in der Klinink im Park auf.
Jazzsängerin Dagmar Bunde tritt am 11. Februar in der Klinink im Park auf. Foto: Bergmanclinics im Park
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Sie sind die Programmmacher, garantieren für höchste Musikqualität. Axel Fischbacher ist Gitarrist, Produzent und Netzwerker. Er hat die erfolgreiche Jazzclub-Konzertreihe „Blue Monday“ in Hilden erfunden. Peter Baumgärtner hat – zusammen mit Uwe Muth – vor 25 Jahren die Hildener Jazztage aus der Taufe gehoben und weit über NRW hinaus bekannt gemacht. Inzwischen fördert das Land Nordrhein-Westfalen die Hildener Jazztage. Und der Westdeutsche Rundfunk überträgt die Top-Acts im Radio.

 Verwaltungsdirektor Olaf Tkotsch.
Verwaltungsdirektor Olaf Tkotsch. Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Fischbacher und Baumgärtner sind so etwas wie Sterne-Köche. Sie servieren ihren Gästen bei den Jazz-Konzerten in der Klinik im Park immer wieder neue und interessante, musikalische Köstlichkeiten. „Bei den 40 Konzerte in zehn Jahren hatten wir einen leichten Frauenüberhang bei den Künstlern“, scherzt Axel Fischbacher: „40 Frauen und drei Männer.“ So ähnlich ist es auch in den folgenden zehn Konzerten weitergegangen.

Sängerin Elisabeth Lohninger war auch dabei und schwärmt von der inspirierenden und tollen Location, dem alten Haus mit dem schönen Park.  Auch nach 25 Jahren in New York hört man der Jazz-Sängerin die österreichische Heimat immer noch charmant an. Sie arbeitet mit zahlreichen Jazzgrößen wie Donny McCaslin, Ingrid Jensen, Bruce Barth, Minu Cinelu und Christian Howes, schreibt preisgekrönte Filmmusik und unterrichtet seit 2002 an der renommierten „New School for Jazz“ in New York.

Seit 2009 gibt es in der Klinik im Park die Vocal-Reihe, die nun „Bergman Clinics Jazz“ heißt: Viermal im Jahr werden außergewöhnliche und sehr unterschiedliche Künstlerinnen in intimer Clubatmosphäre in der historischen Villa der Hildener Venenklinik präsentiert. Zudem ist der herrliche Klinikpark seit 2009 einer der Veranstaltungsorte für das renommierte Hildener Jazzfestival.

Wie kommt eine Venen-Klinik überhaupt dazu, Jazzkonzerte zu veranstalten?  „Für mich war die Etablierung dieser eigenen Jazzserie die Möglichkeit, mich in Hilden (außerhalb unseres medizinischen Bereichs) kulturell zu engagieren“, sagt Verwaltungsdirektor Olaf Tkotsch: „Kulturarbeit empfinde ich als wichtig.  Hilden ist seit Langem eine Jazzstadt, und ich fand gemeinsam mit Axel Fischbacher, dass eine Vocal-Jazz-Serie eine sehr gute Ergänzung der Jazzfamilie wäre. Viele Hundert Zuschauer haben uns das bestätigt.“

Welches der 49 Konzerte der vergangenen Jahre ist Tkotsch besonders in Erinnerung geblieben? „Für mich war das erste Konzert der Serie mit der tollen Sängerin Dagmar Bunde ganz besonders. Axel Fischbacher hatte mir das Konzept zwar kurz erklärt, aber damals war ich noch nicht mit der Dynamik von Jazzbands vertraut. Ich habe an dem Abend zum ersten Mal erleben dürfen, dass vier Künstler, die noch nie gemeinsam gespielt haben, auf der Basis der Jazz-Standards eine gemeinsame Musik erzeugt haben, die es nur in diesem Moment gegeben hat. Für den Zuschauer hat es so gewirkt, als ob die Musiker ständig gemeinsam auftreten würden. Dieses wundervolle Erlebnis hat sich bei jedem weiteren Konzert – aber jedes Mal wunderbar anders – wiederholt.“