Hilden: Im Blutspendemobil wurden Passanten spontan zu Blutspendern

Aktion in Hilden : Spontan zum Blutspenden animiert

Das Blutspendemobil in der Fußgängerzone ermuntert die Passanten zu spontanen Spenden. Sie machen es gerne und oft zum wiederholten Male.

In Deutschland werden täglich 15.000 Blutspenden zur Patientenbehandlung benötigt. Etwa 80 Prozent der Bundesbürger sind zu Lebzeiten auf mindestens eine Konserve angewiesen – doch nur drei Prozent spenden regelmäßig. Mobile Blutspendeteams sind in ganz Deutschland unterwegs, um Präsenz zu zeigen und Passanten zu ermutigen. Gestern stand ein Blutspendemobil vom DRK-Blutspendedienst West in der Hildener Fußgängerzone. Das sechsköpfige Team präsentierte, informierte und animierte. Viele Spender entschieden sich spontan, ihr Blut für andere zu geben.

„Ich spende seit über 20 Jahren regelmäßig Blut“, berichtet Gabi Zatloukal. Die 67-Jährige versucht, vier mal im Jahr unentgeltlich zu Spenden. „Es ist eine wichtige Sache für die Gesellschaft und hat dabei auch positive Effekte auf meine Gesundheit.“ Obwohl Zatloukal ihre Spendentermine regelmäßig einplant, war der Besuch im Mobil ein spontaner. Sie hält es für wichtig, mehr Leute zum Spenden zu bewegen. Zwar war sie glücklicherweise nie in der Situation, auf eine Blutkonserve angewiesen zu sein, gibt sie an. Doch gerne möchte die Dame ihren Beitrag für das Gesundheitssystem leisten.

Teil dieses Systems ist Melina Breulich. Als angehende Krankenschwester kennt sie die brenzlige Situation, wenn Konserven im Krankenhaus fehlen und Operationstermine verschoben werden müssen. Da sie obendrein eine seltene Blutgruppe habe, und das Thema Blut ausführlich im Unterricht behandelt wurde, wollte Breulich schon länger zur Erstpende, erklärt sie. Dass die 19-Jährige beim Stadtspaziergang das Mobil gesehen habe, gab ihr den letzten Ruck.

Ähnlich ging es Jenny Jepp, die gestern ebenfalls ungeplant Erstspenderin wurde. Lange habe sie mit sich gerungen, aber nie den letzten Schritt gemacht. Der Fall eines ihr bekannten Dreijährigen mit einer Blutkrankheit habe die Mutter unlängst für das Thema sensibilisiert. „Man kann mit kleinem Aufwand so viel helfen“, gibt Jepp an. „Ich wünschte mehr Leute würden spenden. Ich für meinen Teil animiere jetzt die Menschen in meinem Umfeld.“

Für den Termin in Hilden erwartete Teamleiterin Eva Bundemann 40 Spender, von denen durchschnittlich 20 Prozent Erstspender seien. Die Blutspende, bei der ein halber Liter Blut abgenommen wird, dauert fünf bis zehn Minuten. Mit Anmeldung, anschließender Ruhephase und Essenspause sollte eine knappe Stunde für den Blutspendetermin eingeplant werden. In Hilden hat der DRK jetzt eine Kooperation mit dem Restaurant „Kleine Olive“. Für einen Essensgutschein erhalten die Spender dort eine stärkende Mahlzeit – Geld für die Spende erhält der Spender nicht.

Nach Angaben des DRK von 2015 deckt der Erlös einer Vollblutspende (137,28 Euro) nur knapp die Kosten (137,24 Euro). Die Einnahmen dienen alleine der Finanzierung des DRK-Bludspendedienstes und der damit verbundenen Arbeit des Roten Kreuzes, heißt es. Das in Deutschland etablierte Blutspendesystem führe somit zu höchster Sicherheit bei niedrigsten Kosten, die 30 bis 50 Prozent geringer seien, als in anderen EU-Ländern. Jährlich sammelt das Blutspendezentrum Breitscheid 230.000 Vollblutspenden für die Verwendung an über 170 klinischen Einrichtungen der Region. Die 16 mobilen Teams decken jährlich mehrere tausend Blutspendeaktionen in den Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf ab.

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