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Hilden hat mit Sammlung Kirchmeyer in der Waldkaserne ein neues Museum

Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr : Hilden hat ein neues Museum

Professor Helmut Kirchmeyer zeigt seine Privatsammlung mit 200 Instrumente aus Afrika, Asien und Australien in der Waldkaserne. Er ist der Vater der Kooperation zwischen Ausbildungsmusikkorps und Schumann-Musikhochschule.

Es ist sicherlich nicht übertrieben zu behaupten, dass Hilden mit der Instrumenten-Sammlung von Helmut Kirchmeyer, die rund 200 Exponate aus Afrika, Asien und Australien umfasst, jetzt ein neues Museum besitzt. Professor Kirchmeyer, promovierter Musikwissenschaftler, habilitierter Wagner-Forscher der Heinrich-Heine-Universität und maßgeblicher Initiator für die enge Kooperation zwischen Robert-Schumann-Hochschule und Musikausbildung bei der Bundeswehr, hat über Jahrzehnte Instrumente gesammelt. In Form einer Stiftung und als Dauerleihgabe werden diese nun in der Waldkaserne präsentiert.

Der moderne Ausstellungsraum wird dominiert von drei großen Schaukästen, deren Inhalte einen instrumentalen Dreiklang bilden. In der ersten sind Blasinstrumente, unter anderem feuervergoldete tibetanische Prunk-Muschel-Hörner, nach dem Ying-Yang-Prinzip jeweils in einer weiblichen und in einer männlichen Variante, zu sehen. Die zweite ist mit einer afrikanischen Hochtrommel, die zahlreiche Schnitzereien aufweist, der Perkussion vorbehalten. In der dritten sind indische Lauten, darunter eine edle südindische Sarasvati Vina zu bestaunen. Weitere Instrumente wie Tierhorntrompeten, Flöten, eine mit Kaurimuscheln verzierte Laute, verschiedene Kalebassen sowie ein großes Yoruba-Hänge-Balafon, allesamt aus Afrika, Trompeten und Zierflöten aus Indonesien werden in Vitrinen präsentiert.

„Es gab zwar einmal eine Überlegung, meine Sammlung der Robert-Schumann-Hochschule zu überlassen. Aber die angebotenen Räumlichkeiten entsprachen nicht meinen Vorstellungen und auch zu viele Verträge hätten abgeschlossen werden müssen“, sagt Helmut Kirchmeyer. Er ist mit dem Engagement der Bundeswehr hinsichtlich der Präsentation, in die konzeptionell vornehmlich Luftwaffen-Oberleutnant Kristian Palauneck eingebunden war, sichtlich begeistert. Der juristische Sachverstand seiner Tochter Angelika habe schließlich zu dem Stiftungskonzept geführt. Der fast 90-jährige Kirchmeyer lässt es sich nicht nehmen, immer wieder darauf hinzuweisen, dass alle Instrumente gespielt wurden, bei manchen sind auch kleine Beschädigung sichtbar. „Das Spiel des Didgeridoo, das nur mit der Zirkular-Atmung funktioniert, und der Klang des Instruments bilden einen Gegenpol zum Denksystem des Westens, das sich an einer kausal-mechanischen Wirklichkeit orientiert. Ich will jungen Musikern Alternativen zeigen, die das Weltumspannende von Musik unterstreichen“, sagt Kirchmeyer.

Aber auch die Realisierung des Ausstellungsprojekts durch die Bundeswehr war nicht immer einfach. „Wenn jemand der Bundeswehr etwas Gutes tun will, ist das nicht so einfach“, so Oberst Christoph Lieder, der sich als Leiter des Militärmusikdienstes der Bundeswehr nun freut, eine nach seiner Ansicht weltweit einzigartige Sammlung der Elite des musikalischen Nachwuchses in der Bundeswehr in der Waldkaserne präsentieren zu können. Bis Hildener Bürger die Sammlung selbst in Augenschein nehmen können, wird es noch ein wenig dauern. „Geplant sind auf jeden Fall Führungen im Vorfeld unserer Kammer-Konzerte, die hoffentlich alsbald wieder jeden zweiten Mittwoch im Monat stattfinden können“, sagt Oberstleutnant Michael Euler, Leiter des Ausbildungskorps in Hilden. In der Waldkaserne werden alle Militärmusiker der Bundeswehr ausgebildet. Sie absolvieren parallel ein Musikstudium an der Robert-Schumann-Hochschule.