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Hilden hat ein „Rund-um-die-Uhr-Pfarrbüro“

Pilotprojekt : Hilden hat ein „Rund-um-die-Uhr-Pfarrbüro“

Das Erzbistum testet in der Itterstadt momentan eine neue Onlineplattform, die es Menschen leichter machen soll, Kontakt zur Kirche aufzunehmen. Ermöglicht wird alles, was auch das Pfarrbüro in der Stadt bietet – nur eben ohne Öffnungzeiten.

Für das Internet hat Dr. Werner Kleine sich schon immer interessiert. Der Theologe und Pastoralreferent ist in diversen sozialen Plattformen unterwegs, betreibt eigene Homepages und ist mit Blogs im Netz aktiv. Keine Frage also, dass er für das Projekt „Pfarrbüro24“ geradezu die ideale Wahl darstellt.

Das „Rund-um-die-Uhr-Pfarrbüro“ im Internet ist eine neue Idee innerhalb des Erzbistums Köln und wird zur Zeit in Hilden und Wuppertal als Pilotprojekt getestet. „Gerade aus Hilden haben wir schon  viele Rückmeldungen bekommen“, berichtet der Seelsorger, der das ambitionierte Unterfangen koordiniert: Die allermeisten seien positiv.

„Ein Pfarrbüro ist für viele Menschen die erste Kontaktstelle zur Kirchengemeinde“, sagt Kleine. Wer ein Kind zur Taufe anmelden, heiraten oder eine Messe für einen Verstorbenen feiern wolle, wende sich in der Regel zuerst an das zuständige Pfarrbüro. Nicht jedem sei es allerdings möglich, zu den üblichen Öffnungszeiten vorbeizukommen. „Gerade in größeren Städten wissen viele auch nicht, welches Pfarrbüro für sie überhaupt zuständig ist“, sagt der Pastoralreferent: „All diesen Leuten hilft unser neues Angebot.“

 Pastoralreferent Werner Kleine koordiniert das Projekt.
Pastoralreferent Werner Kleine koordiniert das Projekt. Foto: kleine

Unter der Internetadresse www.pfarrbuero24.de wird das ganze Spektrum einer Pfarrei geboten – 24 Stunden täglich, sieben Tage die Woche, an 365 Tagen im Jahr. Die Plattform ordnet adressbezogen Anfragen direkt dem zuständigen Pfarrbüro zu. „Dort wird die Anfrage zeitnah bearbeitet, und es gibt eine zügige persönliche Rückmeldung“, verspricht Kleine – spätestens nach 72 Stunden.

Die Anfragemöglichkeiten sind in verschiedene Themengruppen unterteilt: In der Gruppe „Sakramente“ lässt sich beispielsweise von der Taufe über die Erstkommunion bis zur Krankensalbung jedes einzelne Sakrament ansteuern. Unter dem Oberbegriff „Glaube und Kirche“ sind allgemeine Seelsorge und Trauerfall-Anfrage ebenso wie Messintentionen zusammengefasst – es lassen sich aber auch allgemeine Glaubensfragen stellen.

Der Auszug aus dem Taufbuch etwa findet sich unter der Kategorie „Bescheinigungen“, und wer mehr über Kitas oder spezielle Jugendprogramme wissen möchte, für den gibt es den Button „Angebote“.  Zu guter Letzt – ganz Internet-typisch – können unter „Lob und Kritik“ auch Bewertungen abgegeben werden.

„Das Pfarrbüro24 senkt eindeutig die Hemmschwelle, sich mit der Kirche in Verbindung zu setzen“, kann Koordinator Kleine schon jetzt bilanzieren. Es soll auf Dauer aber auch den Bürokräften in den Pfarreien die Arbeit erleichtern: „Es macht halt schon einen Unterschied, ob das Telefon im Minutentakt klingelt oder ich über die Internetanfragen meine Arbeit strukturieren kann.“ Das Heraussuchen und Versenden einer Taufbescheinigung beispielsweise erfordere überhaupt kein zeitraubendes Telefonat, sondern lediglich ein paar Klicks.  Eins steht Klein zufolge allerdings auch fest: „Durch das Projekt sollen keine Stellen eingespart werden. Die Pfarrsekretariate sind die Visitenkarten der Kirche am Ort und sollen es auch bleiben.“

Weil es in Hilden und Wuppertal so gut läuft, soll das „Pfarrbüro24“ jetzt auch auf ländliche Bereiche im Erzbistum ausgeweitet werden. Inzwischen werde sogar in anderen Bistümern wie etwa Trier oder Essen darüber nachgedacht, die Idee zu übernehmen.

Werner Kleine würde sich sehr darüber freuen. Er sagt: „Alles, was dazu dient, Menschen mit der Kirche leichter in Kontakt zu bringen, sollten wir so intensiv nutzen wie möglich.“ Das digitale „Rund-um-die-Uhr-Pfarrbüro“ in Hilden und Wuppertal sei der beste Beweis dafür, „dass gute Ideen funktionieren“.