1. NRW
  2. Städte
  3. Hilden

Hilden/Haan: Kirchengemeinden sagen Präsenz-Weihnachtsgottesdienste ab

Kirchen in Hilden und Haan : Kirchengemeinden sagen Präsenz-Weihnachtsgottesdienste ab

An Heiligabend veröffentlicht die Evangelische Kirchengemeinde Hilden ein Krippenspiel-Video. Gläubige können nur digitale Wege nutzen.

Das Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde Hilden hat angesichts der aktuellen Corona-Situation in den letzten Tagen intensiv über die Durchführung der Weihnachtsgottesdienste in Präsenz beraten: „Leider müssen wir diese absagen. Pfarrer Christoph Biskupek, Pfarrverweser für Hochdahl, Hilden und Haan, teilte mit, dass es in allen drei Gemeinden bis zum 10. Januar keine Präsenzgottesdienste mehr geben werde.

Für Weihnachten bietet die Evangelische Kirchengemeinde Hilden Alternativen auf ihrer Homepage www.evangelisches-hilden.de an. An Heiligabend wird dort ab 15 Uhr ein Krippenspiel-Video veröffentlicht. Um 16.30 Uhr überträgt die Gemeinde einen Gottesdienst live aus der Erlöserkirche. Auch der Gottesdienst um 11.15 Uhr am 1. Weihnachtsfeiertag wird live aus der Erlöserkirche gezeigt. Für alle Videos wird ein Link auf der Homepage veröffentlichen. Die Videos werden auch danach noch abrufbar sein.  Wer Heiligabend zwischen 23 Uhr und 24 Uhr bei einem Spaziergang an den evangelischen Kirchen in Hilden vorbeikommt, ist herzlich eingeladen zu einem stillen Gebet in die Kirche zu kommen. Dort werden wir auch einen Gottesdienst-Zum-Mitnehmen, eine kleine Krippe zum selbst basteln und eine Kerze verteilen. In diesem Jahr gibt es ein ganz besonderes Krippenspiel zu sehen – als Film. „Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen“, fanden zwei der ehrenamtlichen Mitarbeiter, Verena und André Kipp. In Zusammenarbeit mit vielen Kindern und Eltern entstand das Krippenspiel. Zu sehen ist es am Heiligen Abend auf der Homepage der Gemeinde: www.evangelisches-hilden.de.

Verena und André Kipp entwickelten und planten das Stück im Sommer.  Seit November setzen sie es mit den Mädchen und Jungen um: Kontinuierlich wird gedreht, der Verlauf der Dreharbeiten auf der Homepage der Kirchengemeinde veröffentlicht. Das Besondere an dem Stück ist unter anderem auch, dass es für die jungen Mitspieler genau so spannend sein wird wie für alle anderen Zuschauer. Denn: Die Kinder kennen bisher nur ihre eigene Szene, so dass der vollständige Film auch für sie eine Überraschung sein wird. Konkret wechseln sich in dem Film von den Kindern durchgeführte Interviews zum Thema Weihnachten mit Rückblenden in die Zeit der Weihnachtsgeschichte ab.

Für Verena und André Kipp war es der erste Film in Eigenproduktion.  „In den letzten Monaten hat es uns auch geholfen, unseren Fokus vom Alltag abzulenken und unsere gesamte Kreativität und Energie in dieses Stück zu stecken, um am Ende möglichst vielen Menschen das Weihnachtsfest zu verschönern“, sagt Verena Kipp. Besonders viel Freude hatten sie und ihr Ehemann daran, wie die Kinder durch diese Form des Krippenspiels über sich hinauswachsen konnten. „Losgelöst vom Druck, vor vielen Menschen in einer Kirche ihren Text aufzusagen, haben insbesondere unsere schüchternen Kinder von dem Projekt profitieren können“, schildert André Kipp. Verena Kipp hilft ehrenamtlich in der Familienkirche, wirkt im Kinderchor und anderen Projekten mit. Beruflich arbeitet sie als Physiotherapeutin. André Kipp ist Softwareentwickler, kümmert sich um die Online-Gottesdienste und ist Musiker.

 „Glauben Sie mir, es ist mir zum Heulen zumute!“ Pfarrer Christoph Biskupek leitet derzeit die katholischen Pfarrgemeinden Hilden, Haan und Hochdahl.
„Glauben Sie mir, es ist mir zum Heulen zumute!“ Pfarrer Christoph Biskupek leitet derzeit die katholischen Pfarrgemeinden Hilden, Haan und Hochdahl. Foto: D. Janicki

Alle digitalen Gebete und Gottesdienste der katholischen Gemeinden finden statt, stellte Pfarrer Christoph Biskupek klar. So zum Beispiel die digitalen Kindergottesdienste oder die LiveStream-Christmetten an Heiligabend um 22 Uhr in Hilden/Haan und auch in Hochdahl. Außerdem finden die drei Autokino-Gottesdienste vor dem Neanderbad in Hochdahl wie geplant statt, die das Erkrather Ordnungsamt vor drei Tagen ausdrücklich genehmigt hat. Daneben seien alle Kirchen zur Tageszeit geöffnet, damit die Gläubigen zum persönlichen Gebet an der Krippe Einkehr halten können, teilt Biskupek mit.

„Glauben Sie mir, es ist mir zum Heulen zumute!“, bekennt der Pfarrverweser. Nach den Pressekonferenzen von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und seines Stellvertreters Joachim Stamp am Dienstag und nach ausführlichen Gesprächen in den Pastoralteams und mit einigen Mitgliedern der Pfarrgemeinderäte und der Kirchenvorstände habe er sich „ganz schweren Herzens entschieden, dass die Präsenzgottesdienste von Heiligabend bis einschließlich 10. Januar 2021 ausfallen müssen“. Alle mit dem Corona-Thema Befassten hätten diese dringende Bitte geäußert, besonders die Ärzte und Pflegerinnen der Intensivstationen aller Krankenhäuser. „Auch wenn die Inzidenz in unseren Städten nur mittelmäßig hoch scheint, an Weihnachten kommen eben alle zusammen, und zwar aus dem ganzen Land – so die Anmeldelisten unserer Gottesdienste. Da ist erhöhte Gefahr in Verzug“, erläutert Biskupek die Entscheidung.