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Hilden/Haan: Großteil der Patienten auf Intensivstationen ungeimpft

Lage in den Krankenhäusern von Hilden und Haan : Großteil der Patienten auf Intensivstationen ungeimpft

Die Lage auf den Intensivstationen in Hilden und Haan ist noch nicht besorgniserregend, sie spitzt sich aber zu. Momentan müssen wegen Corona-Patienten aber noch keine Operationen verschoben werden.

„Die interdisziplinären Krisenteams in beiden Häusern schauen jeden Tag, wie die Lage ist, welche Ressourcen zur Verfügung stehen. Denn auch ein an sich planbarer Eingriff kann nicht auf Dauer verschoben werden“, erklärt die Sprecherin der Kplus-Gruppe, Cerstin Tschirner. Das Unternehmen betreibt das St.-Josefs-Krankenhaus in Hilden und das St.-Josef-Krankenhaus in Haan. „Wir sind der Überzeugung, dass wir beides schaffen müssen: die Versorgung der Patienten mit einer Covid-19-Infektion und derer, die wegen anderer Erkrankungen unserer Hilfe brauchen.“

In anderen Regionen müssen aufschiebbare Operationen auf einen späteren Zeitpunkt gelegt werden, weil die Kapazitäten auf den Intensivstationen durch Covid-Patienten belegt sind. Aus Sachsen und Bayern sind einige Patienten bereits in andere Bundesländer verlegt worden. Eins lässt sich dort, aber auch in den Krankenhäusern in unserer Region beobachten, wie Cerstin Tschirner bestätigt: „Der überwiegende Teil der in Haan und Hilden behandelten Covid-Patientinnen und Patienten ist nicht geimpft.“

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Im Moment liegt nur einer der neun Patienten mit einer nachgewiesenen Covid19-Infektion, die im St.-Josefs-Krankenhaus-Hilden stationär behandelt werden, auf der Intensivstation. „Die Intensivstation ist trotzdem ausgelastet. Die anderen Patienten bleiben aber in der Regel nur wenige Tage auf der Intensiv – im Gegensatz zu Covid-Patienten, die meist zwei bis drei Wochen intensivmedizinisch behandelt werden müssen“, erläutert die Kplus-Sprecherin. In Haan liegen laut Tschirner vier der insgesamt elf Corona-Patienten auf der Intensivstation. Auch hier sei sie fast voll belegt.

Am Donnerstag waren im Kreis Mettmann von 59 verfügbaren Intensivbetten nur noch fünf frei. Insgesamt werden elf Covid-Patienten dort behandelt.

Trotz der knappen Ressourcen bieten die Krankenhäuser in Hilden und Haan ihre Kapazitäten anderen Regionen an. „Wir nehmen mit beiden Häusern am sogenannten Kleeblatt-Verfahren teil, melden freie Intensivkapazitäten an das zentrale Register“, erklärt Cerstin Tschirner. „Uns würden dann Covid-Patienten aus anderen Häusern oder Regionen zugewiesen. Das ist bislang nicht der Fall gewesen.“

In Düsseldorf meldeten das Uniklinikum, das Florence-Nightingale-Krankenhaus und das Marien Hospital am Mittwoch keine Kapazitäten für die Neuaufnahme, am Evangelischen Krankenhaus waren diese begrenzt. „Die Bettenkapazität ist dünn und sehr dynamisch“, sagt Tobias Pott von der Uniklinik.

(tobi)