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Hilden/Haan: Das müssen Sie über die Wahl wissen

Kommunalwahl in Hilden und Haan : Das müssen Sie über die Wahl wissen

Welche Themen sind wichtig? Wer stellt sich zur Wahl? Wie sahen die Ergebnisse 2014 aus? Kurz vor der Kommunalwahl am Sonntag hat die Rheinische Post noch einmal alle wichtigen Eckpunkte zusammengetragen.

Die politische Landschaft ist in den vergangenen Jahren immer bunter geworden, die Prognosen werden immer schwieriger. Neue Wählergemeinschaften und neue Ortsgruppen etablierter Parteien treten in Hilden (Die Linke) und in Haan (Bürger für Haan – Bürger Union) erstmals an. Bürgermeisterkandidaten haben in vielen Fällen keine Partei mehr hinter sich – und lassen sich im Idealfall gleich von mehreren unterstützen.

Am Ende steht aber immer eines im Vordergrund: die Entwicklung und das Wohl der Stadt. In Hilden und Haan liegen die Schwerpunkte im Wahlkampf oft nah beieinander, es gibt aber auch Unterschiede.

Was sind die Themen? Bezahlbarer Wohnraum, Kinderbetreuung, Verkehrswende und noch einmal bezahlbarer Wohnraum – in Hilden läuft vieles gut. Deshalb möchten viele Menschen nach Hilden ziehen. Die Hildener selbst möchten wiederum nicht wegziehen. Da aber nahezu alle Flächen bereits bebaut worden sind, kann Wohnraum lediglich durch Nachverdichtung oder durch Aufstockung bzw. Abriss und Neubau (unter Ausreizung der Bebauungsplanmöglichkeiten) geschaffen werden. Neue Flächen, da ist sich die Politik seit Jahren einig, sollen nicht ausgewiesen werden. Da mehr Menschen in Hilden leben möchten, als hier leben können, sind die Preise für Immobilien, aber auch für Mieten explodiert. „Bezahlbarer Wohnraum“ ist ein dehnbarer Begriff.

1990 errichtete die Stadt Hilden ein neues Rathaus an der Straße Am Rathaus. Der frühere Verwaltungssitz an der Mittelstraße (aus dem Jahre 1901) wurde zum Bürgerhaus umgewidmet. Dort, unterm Dach, fanden (bis Corona) die Rats- und Ausschusssitzungen statt. Foto: Zelger, Thomas

In Hilden laufen aber nicht alle Dinge gut. So gibt es momentan beispielsweise zu wenig Kindergartenplätze, es fehlen momentan mehr als 100. Außerdem leidet Hilden unter dem motorisierten Verkehr, er sorgt für Lärm, Abgase und Feinstaub. Die Bürger wollen, dass sich dieser Zustand ändert: eine Verkehrswende. Wenn Radfahrer und Fußgänger Vorrang und mehr Platz erhalten sollen, müssten Autofahrer diesen Platz abtreten – auch Parkplätze. Doch so richtig trauen sich die Politiker da noch nicht ran – bislang zumindest.

Auch in Haan suchen viele junge Familien bezahlbaren Wohnraum. Wie in Hilden sorgt die gute Anbindung an die Ballungszentren für wenig Fluktuation. Neu gebaut werden kann wegen fehlender Flächen ebenfalls kaum. Der Verkehr durch die Gartenstadt belastet viele Anwohner, ein Problem mit Rasern spitzt die Lage weiter zu. In der Innenstadt beginnt gerade ein Umbau, die Wirtschaft muss gepflegt werden. Und welche Auswirkungen die Corona-Krise auf den städtischen Haushalt haben wird, kann momentan noch niemand wirklich abschätzen.

Welche Rolle spielt Corona? Corona hat auch den Wahlkampf verändert: Während viele Kandidaten für den Stadtrat und das Amt des Bürgermeisters in der Vergangenheit jedes Straßen- und Vereinsfest besucht haben, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, fehlt ihnen diese Möglichkeit heute. Die Kandidaten müssen die Menschen auf anderen Kanälen erreichen. Sie nutzen vor allem die Sozialen Medien, um mit Videos auf ihre Schwerpunkte hinzuweisen. Es gab aber auch Corona-konforme Wahlkampf-Termine in den Innenstädten; Kandidaten aus Juso-Reihen in Haan warteten in „ihren“ Wahlbezirken auf Bürger zum Gespräch.

Wer tritt an? In Haan stellen sich drei Kandidaten zur Wahl um das Amt des Bürgermeisters. Amtsinhaberin Bettina Warnecke (parteilos) wird von der CDU und der FDP unterstützt. Meike Lukat tritt für die WLH an. Bernd Stracke möchte es für die SPD noch einmal wissen.

In Hilden möchte Birgit Alkenings (SPD) weiter Bürgermeisterin bleiben. Vier Fraktionen möchten das verhindern und haben daher einen gemeinsamen Kandidaten aufgestellt: Claus Pommer wird von der Bürgeraktion, der CDU, der FDP und den Grünen unterstützt. Der Gastwirt und Betreiber des „Barock“, Thorsten Klimczak, hat seinen Hut ebenfalls in den Ring geworfen. Er ist unabhängig, genau wie der Vierte im Bunde, der Hildener Ralf Küppers.

Wer schnitt wie bei den letzten Kommunalwahlen ab? Mit 51,3 Prozent war die Beteiligung bei der Kommunalwahl 2014 in Hilden erschütternd gering. Die SPD ging mit 36,1 Prozent als Gewinner aus der Wahl hervor – übrigens über dem Landesschnitt, der bei 31,4 Prozent lag. Die CDU folgte auf Rang zwei mit 33,3 Prozent (NRW: 37,5). Weitere Fraktionen: Grüne (9,4 Prozent), Allianz für Hilden (7,6), FDP (6,4), Bürgeraktion (6,1) und AfD (1,2).

In Haan war die Wahlbeteiligung 2014 mit  53,8 Prozent nur unwesentlich höher als in Hilden. Die CDU gewann in der Gartenstadt mit 34,7 Prozent. Die SPD erreichte 29,4 Prozent. Mit 11,1 Prozent holte die WLH Rang 3. Die weiteren Platzierungen GAL (9,1 Prozent), FDP (7,2 Prozent), AfD (5,2 Prozent), UWG (3,1 Prozent).