1. NRW
  2. Städte
  3. Hilden

Hilden: Freiwillige sammeln Hundehaufen auf Hundewiese

Auf Hildener Hundewiese : Freiwillige sammeln Hundehaufen

Sie beeinträchtigen Flora und Fauna auf der unter Schutz stehenden Heideterrasse am Jaberg. Deshalb organisierte die Biologische Station Haus Bürgel eine Mitmach-Aktion. Die Naturschützer hoffen, zum ersten und letzten Mal.

Die Hundewiese am Hildener Sandberg zählt für Hildener und Haaner Hundefreunde zu den attraktivsten Zielen, wenn es um den freien Auslauf ihrer geliebten Vierbeiner geht. Erstmal aus dem Auto heraus, weg von der lästigen Leine, geht es vor dem Herumtollen mit Artgenossen zunächst mal auf die Wiese, um ein dringendes Geschäft zu erledigen.

Nicht alle Tierfreunde erweisen sich dabei, wie man es erwarten könnte, auch als Naturfreunde. Denn wenn die Hundehaufen nicht eingesammelt werden, bedrohen sie in ihrer Massierung empfindliche und seltene Pflanzen des Naturschutzgebietes.

Die Biologische Station Haus Bürgel, die Schutzgebiete entlang des Rheins über die sogenannte Heideterrasse bis hin zu den Höhen des Bergischen Landes betreut, hat daher Freiwillige zu einer ersten Mitmach-Aktion für Hundehalter aufgerufen, um gemeinsam die Wiese von den Hundehinterlassenschaften zu reinigen. Daran haben sich auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Deutsche Naturschutzbund (NaBu) beteiligt.

„Ich hoffe, es ist auch die letzte Aktion dieser Art“, sagt Elke Löpke, Geschäftsführerin und wissenschaftliche Leiterin der Biologischen Station. Die Dringlichkeit dieser Aktion steht für sie außer Frage. „Im Juni hatten wir eine Umfrage in der Hildener Heide durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass sich mehr als ein Viertel der Befragten durch den Hundekot gestört fühlten. Und davon war die Hälfte sogar bereit, an einer Reinigungsaktion teilzunehmen“, sagt die Diplom-Biologin. Sie möchte die Aktion jedoch nicht auf den „Duft-Aspekt“ beschränken. Darüber hinaus besteht nämlich akute Gefahr für das Überleben der Heidefläche, Habitat für seltene Flora wie Heidenelke und Sonnentau sowie die Zauneidechse. Die Pflanzen benötigen den mageren Boden des Hildener Sandbergs und werden durch den stickstoffhaltigen Nährstoffeintrag durch Hundekot förmlich permanent überdüngt. „Vor rund 30 Jahren blühte die Heide rund um den Sandberg. Diesen Zustand wollen wir gemeinsam wieder herstellen“, sagt Löpke, derweil Kollege Michael Schoch bereits Sammelbeutel ausgibt und darauf hinweist, wegen der Corona-Pandemie die kleinen Schaufeln nicht einfach weiter zu geben.

Unter den knapp 20 Freiwilligen sind nur wenige Hundehalter. Die Säuberungsaktion wird von den Haltern und Nutzern der Hundewiese jedoch begrüßt. „Eine gute Idee, allerdings habe ich immer Beutel dabei, mit denen ich dann den Scheiß aufsammeln und mitnehmen kann“, sagt Sylvia Jüntgen, die mit einem Lagotto romagnolo, einem italienischen Wasserhund vorbeikommt, der souverän dem leichten Nieselregen trotz. Allerdings kritisiert sie, dass nur ein Abfallbehälter zur Verfügung steht. Und der ist gleich am Eingang zur Hundewiese angebracht, wo noch kein Häufchen angefallen ist.

Auch Anne Birkenkamp gehört zu den vorbildlichen Hundebesitzerinnen. „Ich habe immer Beutel bei mir. Und wenn der eine Abfallbehälter überfüllt ist, nehme ich den dann auch mit nach Hause“, versichert die Hildenerin, die ihrem beigen Königspudel Elisabeth, genannt Lisbeth, den Auslauf am Sandberg gönnt.

Mehr Abfallbehälter und auch Hinweisschilder, wo das Naturschutzgebiet beginnt, sind auch die Forderungen, die Claudia Roth, Sprecherin des BUND Hilden, an Bürgermeisterin Birgit Alkenings in einem Brief gestellt hat.

Auf der 50 000 Quadratmeter großen Hundewiese am Jaberg dürfen Vierbeiner frei laufen. Die Auslaufflächen in Nachbarstädten wie Düsseldorf oder Solingen sind deutlich kleiner.

Das lockt Besucher aus der ganzen Region mit ihren Vierbeinern nach Hilden. Das lässt sich unter anderem an den Kennzeichen auf dem Parkplatz am Jaberg ablesen.