Bahnsteig bleibt Provisorium Fortsetzung des Umbaus am Bahnhof weiter offen

Hilden · Im VRR-Stationsbericht schneidet der Bahnhof Hilden nicht gut ab. Und daran dürfte sich vorerst auch nichts ändern, denn das größte Manko, die fehlende Aufenthaltsqualität, wird nicht behoben. Dabei sollte eigentlich schon längst eine Lösung vorhanden sein.

 Der Bahnsteig bleibt ein Provisorium und das vielleicht für lange Zeit.

Der Bahnsteig bleibt ein Provisorium und das vielleicht für lange Zeit.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Eigentlich war der Fahrplan klar kommuniziert worden: Der im Herbst vergangenen Jahres begonnene Umbau des Bahnsteiges am Bahnhof Hilden sollte bis Ende 2023 abgeschlossen werden. Wie vorgesehen, verschwand bis Ende November dann auch das alte Bahnsteigdach. Dabei blieb es jedoch bis heute.

Glücklicherweise werden die Tage nun wieder länger, wärmer und hoffentlich auch trockener, sodass in den kommenden Monaten eigentlich keine Dringlichkeit bestehen sollte, den Bahnsteig zu überdachen. Tatsächlich aber scheint die 1,7 Millionen Euro teure Maßnahme vorerst zum Erliegen gekommen zu sein, denn seit Monaten hat niemand mehr auf dem Bahnsteig gearbeitet.

Kein Materialmangel und ebenso wenig fehlende Arbeitskräfte sind der Grund für die Verzögerung. Tatsächlich muss für eine solche Baumaßnahme im Bereich des Bahnhofes auch der Betrieb auf der Strecke zeitweilig zum Stillstand kommen und das will koordiniert werden. „Aktuell laufen Abstimmungen, um weitere Gleissperrungen festzulegen“, teilte ein Bahnsprecher auf Anfrage mit. „Wann diese sein können, ist noch unklar. Die Gleissperrungen müssen mit den regionalen, bundesweiten und internationalen Eisenbahnverkehren in Einklang gebracht werden.“ Die Deutsche Bahn hofft, im Laufe des zweiten Quartals des laufenden Jahres einen neuen Sachstand dazu verkünden zu können.

Auch schon vor drei Monaten war von laufenden Abstimmungen die Rede gewesen. Damals war außerdem erklärt worden, dass die Koordinierung der Fahrten über die nationale Ebene hinaus einen zeitlich enormen Vorlauf brauche, sodass gar nicht ausgeschlossen werden könne, dass in diesem Jahr auf dem Bahnsteig überhaupt nicht mehr umgebaut werde. Letztendlich summieren sich mehre kurze Verzögerungen während der Bauphase im vergangenen Herbst nun zu einer sehr langen. Damals waren auch schon drei mehrtägige Teilsperrungen vonnöten, die ebenfalls von langer Hand vorbereitet worden waren.

Dass die 1,7 Millionen Euro eine sinnvolle Investition sind, zeigt nicht zum ersten Mal der Stationsbericht, der vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) stets im Frühjahr veröffentlicht wird. Bei der Fahrgastinformation und bei der Barrierefreiheit erreichte der Bahnhof Hilden die zweithöchste von vier Qualitätskategorien. Die verbesserungswürdige Aufenthaltsqualität führte jedoch zu einer Abwertung. In der gesamten Region waren fast 300 Bahnhöfe unter die Lupe genommen worden. 43 Prozent gelten entwicklungsbedürftig, darunter auch der Bahnhof Hilden. Dass der nächste Stationsbericht zu einer fundamental anderen Einschätzung kommen könnte, scheint aufgrund der aktuellen Situation eher unwahrscheinlich zu sein.

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