Hilden Evangelisches Kinderheim

Feier zum 100-Jährigem mit „Rock am Heim“: Evangelisches Kinderheim hat viele Unterstützer

Die Feier zum runden Geburtstag am Samstag, 14. Juli, wird laut und rockig.

Das Evangelische Kinderheim wurde 1918 gegründet, um Kriegswaisen ein Zuhause auf Zeit zu geben. Das tut die „Villa“ bis heute. Zurzeit betreuen Leiter Hans Delcuve und seine 17 Mitarbeiter (“Die sind alle sehr sehr gut“) unter anderem sieben minderjährige Flüchtlinge aus verschiedenen Nationen.

„Mit Hilfe unserer deutschen Mitbewohner haben sie schnell Deutsch gelernt und sich integriert. Sie besuchen alle Regelschulen. Darauf bin ich richtig stolz“, berichtet Delcuve. Das Heim hat 24 Plätze und wird von den Jugendämtern im Kreis Mettmann, Düsseldorf, Wuppertal und Solingen immer gut belegt. Das sichert die wirtschaftliche Basis und ist zugleich ein Ausdruck für das Vertrauen und die Wertschätzung für die pädagogische Arbeit, die Delcuve und seine Mitarbeiter dort schon seit vielen Jahren leisten.

Das Evangelische Kinderheim an der Lievenstraße Heim hat in Hilden viele Unterstützer. Delcuve berichtet von regelmäßigen Zuwendungen und Geldspenden: „Damit können wir Extras wie Ferienfreizeiten, Sportvereine oder Reiten für die Kinder finanzieren.“

In der Fangemeinde des Heims ragen zwei heraus. Gertrud-Helene und Richard Greiner aus Hilden vermachten dem Kinderheim 1997 sogar ihr gesamtes Vermögen. Fast eine Million Mark. „Ohne diese großherzige Spende hätten wir den Laden wahrscheinlich dicht machen müssen“, ist sich Hans Delcuve sicher.

Die Erbschaft wurde in eine Kernsanierung des Hauses investiert, die sage und schreibe vier Jahre dauerte. Warum die Greiners ausgerechnet das Evangelische Kinderheim so großzügig bedachten, ist im Dunkeln geblieben. Fest steht nur, dass die Familie früher im Hildener Osten gelebt hat. Gertrud-Helene Greiner, geborene Reban, verstarb im Alter von 95 Jahren im Mai 1997 in einem Mettmanner Altenheim.

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Ihre Spende wurde gut angelegt. Zimmer, Böden, Decken, Heizung, Fenster, Sanitäranlagen und Elektroinstallation hatten eine Modernisierung bitter nötig. „Von einer Hütte in einen Palast“ schrieb eine Zeitung, als das Heim am 1. Juni 1932 aus „drangvoll fürchterlicher Enge am Markt“ in „Haus Waldesruh“ an der Lievenstraße 23 umzog.

Träger war der Verein „“Evangelisches Kinderheim“. Zu den Gründern zählte unter anderem die Unternehmerfamilie Wiederhold, die so viel Gutes für Hilden getan hat. Der Bau des „Haus Waldesruh“ (damals noch unter der Adresse Kalstert 1a) wurde von mehreren Hildener Fabrikanten finanziert. Unter ihnen: Hermann Wiederhold, hat Thomas Winter vom Stadtarchiv Hilden für die RP recherchiert. Seiner Ehefrau, Margarethe Wiederhold, wurde sogar wegen ihrer großen Verdienste als Gründungs- und Vorstandsmitglied des Kinderheims, das Goldene Kronenkreuz der Diakonie verliehen.

1933 wurden Grundstück und Immobilie auf die Evangelische Kirchengemeinde übertragen, um sie vor dem Zugriff der Nationalsozialisten zu schützen. Bis in die 1980er Jahre wurde das Heim von Diakonissen geführt. Heute ist der Träger ein Verein, der dem Diakonischen Werk angeschlossen ist.

Vier Bands werden dem Evangelischen Kinderheim am kommenden Samstag, 14. Juli, ein rockiges Geburtstagsständchen bringen (von 14 bis 22 Uhr), auch sie sind treue Unterstützer. „Ein ehemaliger Bewohner, MG-Marco, trägt eigene deutsche Songs mit Rap und Hip-Hop-Musik vor“, freut sich Delcuve. Alle Musiker verzichten auf Gage zugunsten des Kinderheims.

„Midnight Train“ macht um 14 Uhr mit Country- und Western-Songs den Anfang. Dann spielt „Naps“ neuere Blues-Rock-Alternativ-Songs. Und zum Schluss steht Heimleiter Hans Delcuve mit seinen „Red Cars“ selbst auf der Bühne. Eintritt frei. Bei einer Tombola locken tolle, hochwertige Preise (von Freunden des Heims gespendet). Die jungen Bewohner und die Mitarbeiter übernehmen das Catering.