Hilden Ehrenamt Sinnesgärtner war früher AOK-Chef

Hilden: Sinnesgärtner war früher AOK-Chef

Klaus-Gunther Häuseler ist ein Macher mit künstlerischer Ader. Im Seniorenzentrum hilft er bei der Gartenpflege.

Der Sinnesgarten des Seniorenzentrums Stadt Hilden ist ein idyllischer Ort: Blumen, Kräuter und Obst, ein Springbrunnen, Weinrabatten, Bänke, Licht und Schatten machen ihn auch an heißen Tagen zu einem Ort, an dem man sich gerne aufhält. Hier kennt sich Klaus-Gunther Häuseler bestens aus: Jeder Neuzugang, den Bewohner oder Mitarbeiter diskret hineingeschmuggelt haben, wird von ihm sofort entdeckt. Der Gartenzwerg, die Staude, die gestern noch nicht da war mitten im Lavendelbeet, die Balkonpfanzen, die die kleine Terrasse der Bewohner säumen, – alles kann er zweifelsfrei zuordnen.

Die meisten Pflanzen kennt er, überrascht dann aber mit der Aussage: „Ich habe keine Ahnung von Gärten, das Fachwissen bringen andere Ehrenamtler mit. Ich gieße nur, grabe Löcher, säge und ernte.“ Und natürlich gießt er in diesen Tagen außer der Reihe – regelmäßig kommt er vorbei und bleibt mindestens anderthalb Stunden, um den Garten zu bewässern.

„Herr Häuseler ist sehr hilfsbereit, immer bereit, im Notfall einzuspringen und sehr kommunikativ“, sagt Ulrike Riemann von der Bewohnerbetreuung, die zugleich Ansprechpartnerin für die Ehrenämtler ist. Etwa 80 sind es in Seniorenzentrum. Leute wie Häuseler, ohne die das Haus „ganz traurig und weniger vielfältig wäre. Die bieten hier ganz viele Aktivitäten an. Singen, Sport, Bingo.“

Der 67-Jährige Hildener hat etwas Zupackendes an sich, ist jemand, der gerne sagt: „Nicht reden, machen. Also macht man das. Das Honorar ist die Freude.“

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Nach dem Realschulabschluss in Hilden wurde er Sozialversicherungsangestellter und brachte es erst zum stellvertretenden Direktionsleiter in Düsseldorf und schließlich zum Chef in Leverkusen. Er hatte immer viele Mitarbeiter zu koordinieren und managt jetzt die Pflege des Sinnesgartens.

Schon früh wurde er Mitglied des Fördervereins des SZ. „Ich kannte das Haus von Empfängen, an denen ich als AOK-Mitarbeiter teilgenommen habe. Meine Frau Margret hat hier mehrmals Bilder ausgestellt. 2007 zog meine Mutter hier ein, leider nur für fünf Monate bis zu ihrem Tod.“ Damals habe ihn ein alter Bekannter gefragt, ob er nicht im Sinnesgarten mitarbeiten wolle. Häuseler sagte sofort zu. Das war vor 10 Jahren. „Damals war ich noch berufstätig und konnte nur am Wochenende helfen. Seit 2012 bin ich Rentner und organisiere die regelmäßigen Treffen der ehrenamtlichen Gärtner, drei Männer und fünf Frauen. Einige sind schon über 80, nur zwei haben E-Mail, den Rest muss man anrufen.“

Er ist es, der mal eben Kompost vom Bauhof holt, kleine Streitereien untereinander schlichtet, Streicheleinheiten verteilt, mit dem SZ die Ausgaben abrechnet, bei Bedarf beim Grillen oder bei Ausflügen hilft: „Ich helfe gern, egal, was es ist.“ – Machen statt reden…

Häuseler hat viele Hobbys: Fotografieren, die Fortuna-Spiele mit seiner Tochter besuchen, regelmäßige Trips nach Vendig mit seiner Frau (sie malt, er fotografiert) und – Bücher schreiben: „Seit der Rente etwa alle zwei Jahre eins, Gedichte und Kurzgeschichten zu allen möglichen Themen.“ (vgl: www.epubli.de) Aus seinen Werken liest er dann auch einmal im Jahr im Seniorenzentrum vor, dazu gibt es Klaviermusik. Der Saal des Seniorenzentrums ist dann immer voll: Betreut-Wohnende, Bewohner, Mitarbeiter und Gäste sind interessiert an dem, was Häuseler schreibt.

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