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Hilden: Debatte um nächtliches Tempolimit 30 km/h

Hilden : Debatte um nächtliches Tempolimit 30 km/h

Bürgermeisterkandidat Ralf Küppers will das nächtliche Tempolimit von 30 km/h wieder abschaffen. Leserbriefschreiberin Ursula Blasius fand das „haarsträubend“ und „nicht nachvollziehbar“ (RP vom 1.9.20). Ebenso geht es RP-Leserin Daniela Klein, die an der Walder Straße wohnt. Sie sagt: Lärm macht krank und wünscht sich, dass sich die Politik um die Gesundheit von Verkehrslärm geplagten Anwohnern kümmert – „wenigstens in der Nacht“.

Küppers präzisiert: Tempo 30 nachts mache keinen Sinn, weil sich kaum jemand daran halte und es auch nicht mit Radar kontrolliert werde. Ab 20 km/h sei das Rollgeräusch der Reifen lauter als der Motor: „Die Anwohner der Hauptverkehrsstraßen müssen leider entweder mit Motoren- oder den erheblichen Rollgeräuschen der Kraftfahrzeuge leben. Der Lärm wird niemals nahe Null kommen.“ Die Verwaltung hatte der Politik 2016 vorgeschlagen, die Geschwindigkeit bei „Lärmhotspots“ nur nachts von 22 bis 6 Uhr von 50 auf 30 km/h zu reduzieren. Warum? Dadurch reduziert sich der Lärm um rund 2,4 dB(A). Das kommt fast einer Halbierung der Verkehrsmenge nahe. Besonders lärmgeplagt sind die Anwohner von Landes- und Bundesstraßen (Richrather-, Klotz-, Benrather-, Eller-, Kirchhof-, Walder Straße. Bezirksregierung und Landesbetrieb Straßen NRW wollten dort Tempo 30 generell nicht akzeptieren – nur zwischen 22 und 6 Uhr. Ein Kompromiss. Auf Stadtstraßen kann man Ampeln nachts so programmieren, dass ein Autofahrer mit 30 km/h meistens Grün hat, bei 50 km/h Rot. Deshalb funktioniert Tempo 30 nachts auch ohne Kontrollen, hat Frankfurt/M. gezeigt.