Hilden Hilden bot die besten Start-Bedingungen

Hilden · Der junge Intensivpflegedienst „Herzenswärme“ zählt zu den besten Arbeitgebern in der Pflege in Nordrhein-Westfalen. Das Start-Up beschäftigt bereits 60 Mitarbeiter und zahlt nach eigenen Angaben über Tarif.

 Eva Reimann ist die Inhaberin des Intensivpflegedienstes „Herzenswärme“. Zuvor war sie Pflegedienstleiterin am Düsseldorfer St.-Martinus-Krankenhaus.

Eva Reimann ist die Inhaberin des Intensivpflegedienstes „Herzenswärme“. Zuvor war sie Pflegedienstleiterin am Düsseldorfer St.-Martinus-Krankenhaus.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Es kommt nicht häufig vor, dass ein Start-up bereits drei Jahre nach Gründung auf nachhaltige Erfolge seines Konzepts verweisen kann. Bei der Intensivpflege „Herzenswärme“, seit 2017 an der Forststraße 49 in Hilden ansässig, können sich Inhaberin Eva Reimann und Geschäftsführer Markus Wollschläger sowie rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des NRW-weit tätigen Intensivpflegedienstes jedoch schon über eine breite Anerkennung ihres Engagements freuen.

Diese schlägt sich einerseits in dem im vergangenen Februar verliehenen Preis Top Job Health Care nieder. Damit zählt „Herzenswärme“ zu den besten Arbeitgebern in der Pflege in Nordrhein-Westfalen. Der Preis basiert auf Untersuchungen des Instituts für Führung und Personalmanagement der Universität St. Gallen im Auftrag des Zentrums für Arbeitgeberattraktivität (zeag), bei denen sowohl Management als auch Mitarbeiterteams zu Mitarbeiterführung, Arbeitszufriedenheit und Bezahlung befragt wurden.

Die Resonanz aus dem Pflegeteam, die zu zwei Dritteln in die Bewertung einfloss, zählt für Eva Reimann und Markus Wollschläger besonders. Denn die Intensivpflege verlangt neben fachlichem Wissen viel Einsatz und Empathie. „Unsere Kernkompetenz liegt in der Beatmung zumeist bettlägeriger Patienten, die teils komatös oder wach-komatös sind, und eine eine 24-Stunden-Pflege, sieben Tagen die Woche, 365 Tage im Jahr, benötigen, die dann im Zwei-Schichten-Dienst gewährleistet wird“, sagt Reimann. Entsprechend des Wohnorts der Patienten kommen jeweils ortsnah Pflegeteams zum Einsatz. „Wir decken aktuell einen Radius von 100 Kilometern ab“, sagt Wollschläger.

Das Herz von „Herzenswärme“ schlägt aber nicht nur für die Patienten, sondern auch für das Team, deren Arbeitszufriedenheit im Unternehmen oberste Priorität genießt. „Wir bezahlen weit über Tarif. Denn die Krankenkassen ihrerseits zahlen gut. Und das Engagement unserer Mitarbeiter ist letztlich maßgeblich für die Kundenzufriedenheit und den Erfolg des Unternehmens“, bringt de Wollschläger auf den Punkt.

Die guten Arbeitsbedingungen haben sich in der Branche herumgesprochen. Und so ist „Herzenswärme“ in der beneidenswerten Situation, dass nicht auf dem Arbeitsmarkt Fachkräfte akquiriert werden müssen, sondern über Mund-zu-Mund-Propaganda reichlich Initiativbewerbungenk bei dem jungen Unternehmen in Hilden eingehen.

Zahlreiche Incentive-Aktivitäten wie Sommerfeste, Belohnungen in Form von Reisegutscheinen, bis hin zu auch privat nutzbaren Firmenwagen bauen der Mitarbeiter-Fluktuation vor. Dennoch will sich „Herzenswärme“ zukünftig auch bei der Ausbildung engagieren. „Wir eröffnen im September eine Beatmungs-wohngemeinschaft in Wuppertal, wo dann ein Altenpflegehelfer, übrigens ein sehr motivierter Flüchtling aus Afghanistan, seine Ausbildung zum Altenpfleger beginnt“, sagt Eva Reimann, die einst Pflegedienstleiterin am Düsseldorfer St.-Martinus-Krankenhaus war.

Bei der Standortauswahl bekam Hilden aufgrund kaufmännischer Erwägungen den Zuschlag. „Was den Hebesatz der Gewerbesteuer anbetrifft, ist Düsseldorf viel zu teuer. Zudem ist die Verkehrsanbindung Hildens sehr gut. Und auch die Suche nach einer passenden Immobilie hat sich als sehr unproblematisch erwiesen“, erklärt Markus Wollschläger.