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Hilden beteiligt sich an Feuerwehrschule

Hilden : Feuerwehrschule steht in den Startlöchern

Hilden, Haan, Erkrath, Monheim, Langenfeld, Ratingen und Mettmann wollen eine Feuerwehrschule gründen. Der Hildener Stadtrat hat die Verwaltung beauftragt, einen Vertrag vorzubereiten. „Wir können nun endlich ortsnah ausbilden“, sagt Feuerwehr-Chef Hans-Peter Kremer. Aktuell müssen die Nachwuchskräfte zu Teil sogar nach Aachen fahren.

Die Feuerwehr Hilden sucht zum 1. April 2021 gleich sechs „Brandmeisteranwärter“ sowie „mehrere“ Notfallsanitäter unbefristet und in Vollzeit. Wer „Feuerwehr“ in die Suchmaschine der Agentur für Arbeit eingibt, bekommt mehr als 100 Gesuche angezeigt. Feuerwehren in Großstädten oder von großen Industrieunternehmen zahlen in der Regel besser als die von kleineren und mittleren Städten wie Hilden. Ihnen bleibt daher in der Regel nur eines: den Nachwuchs selber ausbilden.

Das ist leichter gesagt als getan. Bislang hat die Stadt Hilden ihre Anwärter auf der Feuerwehrschule der Stadt Düsseldorf ausgebildet. Am 1. Oktober 2019 fingen dort die letzten Azubis aus Hilden an. „Die Stadt Düsseldorf hat uns kurzfristig alle Ausbildungsplätze gekündigt, offenbar weil sie die Kapazitäten selber braucht“, berichtet Hildens Feuerwehr-Chef Hans-Peter Kremer: „Wir haben wie wild Alternativen gesucht – wie andere Städte übrigens auch. Wir haben jeden Platz genommen, wo auch immer.“ Deshalb mussten zwei Azubis der Hildener Feuerwehr zur Ausbildung nach Aachen pendeln. Drei weitere Plätze konnte die Hildener Wehr in Wuppertal ergattern. „Deshalb bin ich sehr, sehr froh, dass jetzt die Kreisfeuerwehrschule kommt.“

Hilden wird sich beteiligen: Diesen wichtigen Beschluss hat der alte Stadtrat in der letzten Sitzung seiner Legislaturperiode noch auf den Weg gebracht – einstimmig. „Die wohnortnahe Ausbildung ist ein wichtiges Entscheidungskriterium für die Anwärter“, sagt Feuerwehrchef Hans-Peter Kremer. Wenn alle Anwärter ihre Prüfungen bestehen, habe die Hildener Wehr zum 1. April 2021 alle Stellen besetzt. Die sechs neuen Brandmeisteranwärter würden dann im April 2021 auf der neuen Kreisfeuerwehrschule in Mettmann starten. „Wir haben uns sechs Ausbildungsstellen reserviert“, so Kremer.

Acht von zehn kreisangehörigen Städten wollen sich an der gemeinsamen Feuerwehrschule beteiligen: Heiligenhaus und Wülfrath nicht, weil sie keine hauptamtlichen Feuerwehrbeamten beschäftigen. Der Kreistag hat eine „Anschubfinanzierung“ in Höhe von 950.000 Euro beschlossen. Die Kreisfeuerwehrschule wird im neuen Gebäude der Feuerwehrleitstelle und im Feuerwehrübungszentrum an der Willettstraße in Mettmann ihren Sitz finden und sich über Lehrgangsgebühren finanzieren.

Die Grundausbildung dauert rund 18 Monate und kostet geschätzt etwa 19.000 Euro je Anwärter und Lehrgang bei 30 Teilnehmern. Neue gesetzliche Vorgaben, die Umstellung auf die 48-Stunden-Woche sowie Pensionierungen ergeben den Bedarf. Für 2021 hat die Hildener Feuerwehr sechs, für 2022 vier und für 2023 sechs Ausbildungsstellen bei der neuen Feuerwehrschule angemeldet: ab 2024 jeweils vier Ausbildungsstellen pro Jahr bis 2030.

Hintergrund: Vor einigen Jahren waren noch nicht alle Kreisstädte überzeugt, dass eine eigene Feuerwehrschule notwendig sei. „Der Kreis hat dies seinerzeit anders bewertet“, hielt Landrat Thomas Hendele fest. Die neue Feuerwehrschule in Mettmann soll 32 Plätze anbieten können. „Der Bedarf im Kreis liegt bei durchschnittlich 24“, berichtet Kreisbrandmeister Torsten Schams. Freie Kapazitäten könnten dann an andere Feuerwehren vergeben werden.