Eltern plädieren für Ende der konfessionellen Grundschule Politik soll grünes Licht für Gemeinschaftsgrundschule geben

Hilden · Von einer spannenden Wendung spricht die Schulleitung: Der Grundschulverbund Beethovenstraße soll sich in eine Gemeinschaftsgrundschule verwandeln. Damit endet eine Ära als konfessionelle Grundschule. Die Bürgeraktion Hilden kritisiert die Art und Weise, wie dieser Weg kommuniziert wurde.

Die Adolf-Reichwein-Schule ist Teil des Grundschulverbundes Beethovenstraße, der zum kommenden Schuljahr seinen konfessionellen Bezug aufgeben möchte.

Die Adolf-Reichwein-Schule ist Teil des Grundschulverbundes Beethovenstraße, der zum kommenden Schuljahr seinen konfessionellen Bezug aufgeben möchte.

Foto: Stadt Hilden

Noch ist das Leitbild des Grundschulverbundes Beethovenstraße ein christliches, doch das soll sich in naher Zukunft ändern: Bis zum 20. April sprach sich eine Mehrheit der Elternschaft dafür aus, die konfessionell geprägte Einrichtung in eine Gemeinschaftsgrundschule umzuwandeln. An dieser Abstimmung nahmen 222 Eltern teil und ihr Votum fiel deutlich aus: Mit 185 zu 37 Stimmen wurde sich für die Umwandlung ausgesprochen. Über die Einleitung des Abstimmungsverfahrens hatte die Stadt Hilden bereits Anfang April im Amtsblatt informiert.

Die Fraktion der Bürgeraktion kritisiert nun den eng getakteten Zeitablauf, mit dem die politischen Gremien diese Umwandlung auf den Weg bringen sollen: Am kommenden Mittwoch berät dazu der Schul- und Sportausschuss im Rahmen einer Sondersitzung, nur eine Stunde später kommt der Rat der Stadt zusammen und soll dann eine Entscheidung treffen. Die Bürgeraktion spricht vor diesem Hintergrund von einer Angelegenheit, die „im Rathaus bisher auffällig verdeckt an der Politik vorbeijongliert wurde“. Zwar habe die Politik keinerlei Handlungsspielraum, da der Wille der Elternschaft umgesetzt werden müsse, jedoch wolle man erfahren, warum Rat beziehungsweise Schulausschuss an diesem Verfahren nicht frühzeitig beteiligt wurden.

Die Schule selbst teilt mit, dass zwar etwas Geduld gefragt sei, bis alle Gremien grünes Licht gegeben haben, doch ist klar, dass die Weichen gestellt sind: Schon zum kommenden Schuljahr werde die „spannende Wendung“ vollzogen sein. Vor den Sommerferien kommt der Rat der Stadt Hilden jedoch nur noch zu seiner Sitzung am 26. Juni zusammen. Der Weg über Ausschuss und Rat ist aus formellen Gründen vorgegeben. Nach Angaben von Sönke Eichner ist der einzig mögliche Termin für die Ausschusssitzung der kommende Mittwoch unmittelbar vor der Ratssitzung gewesen. Der Dezernent betont, dass es sich um einen ganz normalen Vorgang handele. Würde am Ende der Rat ablehnen, würde die Angelegenheit an die Bezirksregierung in Düsseldorf abgegeben. Dagegen spricht: Es lagen 146 Anträge von Eltern für eine Umwandlung vor und damit deutlich mehr als die für ein solches Verfahren geforderten 10 Prozent, die Abstimmung brachte im Anschluss zudem eine Mehrheit von rund 56 Prozent. Die Umwandlung bedarf der Zustimmung des Rates sowie der Genehmigung durch die Bezirksregierung Düsseldorf. Diesem klaren Votum dürften die politischen Gremien nun Rechnung tragen.