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Hilden: Hilden baut offenen Ganztag weiter aus

Hilden : Hilden baut offenen Ganztag weiter aus

Für das Schuljahr 2014/14 wünschen 79 Prozent der Erstklässler einen Betreuungsplatz: drei neue Gruppen nötig.

Immer mehr Eltern wünschen immer mehr Betreuung für ihre Kinder in der Grundschule. Rat und Verwaltung tragen dem Rechnung. Zum Schuljahr 2014/15 werden drei weitere Gruppen für den Offenen Ganztag mit 75 Plätzen an der Adolf-Reichwein-, Wilhelm-Busch- und Wilhelm-Hüls-Schule eingerichtet, beschloss der Stadtrat einstimmig.

Für das Schuljahr 2014/15 wurden bislang 413 Kinder angemeldet, berichtet Schuldezernent Reinhard Gatzke. 276 Eltern von Erstklässlern wünschen einen Platz in der offenen Ganztagsschule: Das entspricht einem Anteil von 67 Prozent. Neben der Offenen Ganztagsschule gibt es noch die "Verlässliche Grundschule".

Dort werden Grundschüler von 8 bis 13 Uhr/13.30 Uhr betreut. Darauf können sich die Eltern verlassen. Diese Betreuungsform wird im nächsten Schuljahr nicht mehr so stark nachgefragt wie bisher (76 Zugänge, 96 Abgänge). Um den zusätzlichen Bedarf von 102 Kindern aufzufangen, werden ab 1. August 2014 drei weitere OGS-Gruppen an der Reichwein-, Busch- und Hüls-Schule eingerichtet. Damit stehen dann für 1765 Grundschüler insgesamt 1395 Betreuungsplätze zur Verfügung. Das entspricht einer Versorgungsquote von 79 Prozent.

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Für jede neue Gruppe werden zwei Erzieherinnen und eine Küchenkraft jeweils in Teilzeit eingestellt. Macht zusammen sechs Erzieherinnen und drei Küchenkräfte. Diese Personalausstattung stelle sicher, dass die Offene Ganztagsschule ein qualifiziertes Bildungs- und Betreuungsangebot machen und die Betreuung bis mindestens 16 Uhr gewährleisten könne — auch für Ganztagsklassen.

Nach Abzug der Landesmittel und Elternbeiträge (Hilden erhebt einkommensabhängige Elternbeiträge) muss die Stadt für die drei neuen Gruppen jährlich rund 76 000 Euro aufbringen. Für 2014 (ab 1. August) sind das 38 000 Euro zuzüglich 13 500 Euro einmalige Einrichtungskosten. Das sieht auf den ersten Blick nicht sehr aufwendig aus. Tatsächlich gibt die Kommune im kommenden Jahr voraussichtlich rund 7,5 Millionen Euro für ihre Grundschulen aus (nach Abzug der Landeszuweisungen und Elternbeiträge). Einer der größten Posten sind dabei mit 3,2 Millionen Euro die Personalkosten für die Betreuer in der Offenen Ganztagsschule.

Die Verschiebung der Nachfrage von der Verlässlichen Grundschule zur Offenen Ganztagsschule belegt für den Schuldezernenten, wie gut das Erfolgsmodell der Offenen Ganztagsschule in Hilden angenommen wird: "Wir haben eine verlässliche Betreuung der Kinder plus zusätzliche Bildungsangebote plus Unterstützung der Eltern bei der Erziehung." Dies müsse bei künftigen Konzepten berücksichtigt werden. Mitarbeiter, die in der Verlässlichen Grundschule nicht mehr gebraucht werden, könnten in der Offenen Ganztagsschule eingesetzt werden.

Rückblick: 2004 startete die Offene Ganztagsschule in Hilden an sechs städtischen Grundschulen mit 175 Plätzen. Heute besuchen mit mehr als 900 von 1791 Grundschülern eine OGS-Gruppe: Das entspricht einer Quote von 51 Prozent. Berücksichtigt man die 440 Mädchen und Jungen, die in der Verlässlichen Grundschule betreut werden, nutzen derzeit rund 1340 Grundschüler die Betreuungsangebote. Das entspricht 75 Prozent.

Im Herbst 2014 will die Verwaltung das Konzept "OGS 2020" im Ausschuss für Schule und Sport und im Jugendhilfeausschuss vorstellen. Der neue Rahmenplan soll die Erfolgsgeschichte der OGS in Hilden fortschreiben und werde zurzeit mit den Lehrern, Eltern, Kindern und OGS-Betreuern abgestimmt.

(RP)