Hilden Ausstellung Rissa im September

Hilden: Kunstraum ehrt Rissa und K.O. Götz

„Leben für die Kunst“ heißt die Ausstellung  zum 80. Geburtstag der Düsseldorfer Professorin und Maler-Witwe.

Fast 30 Jahre lang lehrte sie an der Düsseldorfer Kunstakademie: Professorin Rissa, Künstlerin und Ehefrau des Malers Karl Otto Götz, der im vergangenen Jahr im Alter von 103 Jahren starb, widmete ihr ganzes Leben der Kunst. Anlässlich ihres 80. Geburtstags in diesem Jahr präsentiert der Kunstraum Gewerbepark-Süd im September eine Jubiläumsausstellung mit ausgewählten Werken der beiden Künstler.

Gezeigt werden mehrere Leinwände, zahlreiche Zeichnungen sowie ein Neonobjekt mit ihrem Markenzeichen, einem Igel. Rissa, die mit bürgerlichem Namen Karin Götz heißt, verwebt Stilmittel, ist von Surrealismus wie Symbolismus beeinflusst und am Ende doch sehr konkret in der Ausprägung ihrer Formen und Figuren.

Bild Madame R.
Bild Madame R. Foto: Bildunterschrift/Copyright: FOTO/photoklaas/DIETER KLAAS .....PHOTODESIGNKLA

Sie selbst sagt: „Ich will ungewöhnliche Gegenwartsbeziehungen und Handlungen darstellen, die in der Wirklichkeit wohl vorkommen, jedoch selten beachtet werden. Darüber hinaus will ich Gegenstände und Handlungen in einer Weise darstellen, wie es eben nur in der Malerei möglich ist, aber bisher noch von keinem Maler realisiert wurde.“

Von K.O. Götz werden Leinwände, mehrere Gouachen sowie die Neonarbeit „Doppel-Ich“ präsentiert. Der 1914 in Aachen geborene Künstler ist einer der bedeutenden bildenden Künstler der deutschen Nachkriegsgeschichte. Er gilt als ein Hauptvertreter des „Deutschen Informel“, einer Richtung, die Anfang der 1950er Jahre zur erfolgreichsten Nachkriegskunst im Westen gehörte und bei ihrem freizügigen Umgang mit Farbe und Form eine Revolution in der Moderne darstellte.

Im Zentrum steht die meist wuchtige Malerei, die in den 1950er Jahren einen geistigen Aufbruch bedeutete, der heute kaum mehr vorstellbar ist, weil die geistig-moralischen Trümmerwüsten jener Zeit nicht mehr präsent sind. Von Jugend an hatte Götz den einen Satz im Kopf: „Abstrakt ist schöner!“

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Gleichzeitig schwappte dann die US-Kunst nach Europa und Deutschland, die wichtiger genommen und höher gehandelt wurde als das Informel. Die Pop Art wurde erfunden, und die erste Generation der Akademie-Absolventen formulierte anarchistische Bildwelten, die fortan den Ton angaben.

Für Götz war der aus dem Spachtel weiterentwickelte Rakel ein zentrales Malinstrument, 1952 entdeckte er diese Technik für sich und gab sie an seine Schüler weiter. Auch Gerhard Richter arbeitet mit dem Rakel. Götz sagte einmal, Richter habe ihm 1970 am Rande einer Ausstellungseröffnung zugerufen: „Herr Götz, ich habe Ihnen den Rakel geklaut.“

Rissa und er haben sich 1960 in der Düsseldorfer Akademie kennengelernt. Sie war damals Studentin, er Professor. Schon bald verliebten sie sich ineinander. So unterschiedlich ihre Malerei ausfällt, so einig waren sie sich: „Wir sind politisch, kritisch“ – sagte sie in seinem Beisein 2014 einer Kollegin. „Wir schauen der Realität ins Gesicht, mögen keine Sentimentalitäten.“

Die Ausstellung wird am Sonntag, 9. September, um 11 Uhr eröffnet. Einführende Worte gibt es von dem Kunsthistoriker Frank Schablewski. Das Gitarren-Duo „WeimerSisters“ sorgt für die musikalische Untermalung der Vernissage, so die Ankündigung.

Die Ausstellung ist bis Freitag, 12. Oktober, im Kunstraum Gewerbepark-Süd, Hofstraße 64, zu sehen. Der Eintritt ist wie immer frei.