Hilden: Auch auf dem Markt geht es möglichst müllfrei

Hilden : Auf dem Markt geht es auch ohne Müll

Beim Einkauf von Lebensmitteln kommt meist eine Menge Verpackungen zusammen. Vieles lässt sich aber vermeiden.

Viele Hildener bringen zum Einkauf bereits ihre eigenen Stoffbeutel mit. Die Einführung der Zahlpflicht für Plastiktüten scheint Wirkung zu zeigen. Es könnte aber mehr sein, findet Markthändlerin Heidrun Möller. Auf der Ladentheke ihres Eier- und Geflügelstands ist ein Schild aufgestellt, auf dem steht, dass der Betrieb auf Wunsch alles in selbst mitgebrachte Gefäße verpackt. „Einige unserer Kunden nehmen das gerne an und bringen Dosen, Gläser oder ausgewaschene Margarinen-Verpackungen mit, um sich ihre Waren einpacken zu lassen“, erklärt die Marktstamm-Sprecherin der Hildener Beschicker. „Zuhause lassen die Kunden meist auch nicht das Fleisch oder den Aufschnitt in Papier oder Plastik und packen es um. Dadurch lässt sich einiges an Müll vermeiden.“ Viele Kunden nutzten auch ihre Eierkartons mehrfach und brächten sie zu jedem Einkauf wieder mit. „Mit einer Kundin haben wir einen Test gemacht, einen Eierkarton mit einem Datumsstempel versehen und geschaut, wie lange dieser unbeschadet hält“, erklärt Möller. Mittlerweile benutze die Kundin diesen bereits seit mehr als einem Jahr: „Und man sieht kaum Gebrauchsspuren.“

Wenn Anne Fabritius den Hildener Wochenmarkt besucht, hat sie immer einen Einkaufskorb oder ihre Markttasche dabei. „Das meiste an Obst oder Gemüse lasse ich mir in meinen Korb einpacken, so vermeide ich die Papier- und Plastiktüten“, berichtet die Marktbesucherin. Auch ihre Eierkartons benutzt die Hildenerin mehrfach. Gewisse Sachen wie Käse lasse sie sich aber in Papier einpacken, extra Frischhaltedosen dabei hat sie nicht. „Ich bin so erzogen worden so gut wie nichts wegzuschmeißen, auch an Lebensmitteln. Ich koche gut und versuche alles zu verwerten“, erzählt sie.

 „Zu uns kommen auch zahlreiche, die ihre eigenen Stoffbeutel mitbringen“, berichtet der Obst- und Gemüseverkäufer Ottmar Stammen. „Das sind aber meist auch Stammkunden. Die Kunden, die kurzfristig hier einkaufen und nichts dabei haben, bevorzugen nach wie vor eine Plastiktüte.“ Seit 2016 viele Händler eine Gebühr für Plastiktüten erheben, sei aber ein Umdenken in der Bevölkerung erkennbar und viele brächten ihre eigenen Netze oder Taschen mit. „Es gibt aber leider auch immer wieder diejenigen, die knauserig sind und Tüten nur haben wollen, weil sie diese weiter für den Hausmüll verwenden wollen“, erklärt der Händler.

Anders ist es bei Peter Rummelt. Der Erkrather, der jahrelang in Hilden gelebt hat, kommt immer gerne in die Itterstadt, um dort auf dem Markt einzukaufen. „Ich lasse mir mein Obst- oder Gemüse nicht in Papier einpacken, ich habe immer meine Stoffbeutel oder ein Netz dabei“, erzählt der Rentner.

Auch beim Prümtaler Mühlenbäcker lässt sich ein leichter Rückgang von Verpackungen feststellen. Einige der Kunden brächten ihre eigenen Brot- oder Brötchenbeutel mit. „Viele mögen gerade beim Brot aber auch unsere Plastikbeutel, die sind auch wiederverwendbar und darin kann man das Brot sogar einfrieren“, berichtet die Verkäuferin Rebecca Pump.

Dass man auf dem Wochenmarkt möglichst ohne viele Verpackungen einkaufen kann, sei laut der Markthändlerin Heidrun Möller übrigens nicht neu. „Das ist schon seit hunderten von Jahren so. Die Menschen müssen es aber stärker in ihren Köpfen verinnerlichen.“

(isf)
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