Wasserstoffsiedlung Zu laut: Allianz für Hilden lehnt Bauen am Karnap ab

Hilden · Die Wählergemeinschaft äußert Bedenken gegen die Pläne zur neuen Wasserstoffsiedlung. Das „sicherlich innovative Konzept“ scheitere am Lärm der Bahntrasse.

 Links die Bahntrasse, rechts das potentielle Baugebiet: Hier im Karnap in Hilden möchte ein Investor eine Wasserstoffsiedlung bauen.

Links die Bahntrasse, rechts das potentielle Baugebiet: Hier im Karnap in Hilden möchte ein Investor eine Wasserstoffsiedlung bauen.

Foto: Tobias Dupke

An der Karnap soll entlang der Bahntrasse gebaut werden. Für das Konzept der Wasserstoffsiedlung wurde im Stadtentwicklungsausschuss im Januar und jetzt auch vom Rat die erneute Offenlage beschlossen. Die beiden großen Fraktionen SPD und CDU hatten sich dafür ausgesprochen.

Das „sicherlich innovative Konzept der neuen Wohnsiedlung“ hat generell auch Zuspruch bei der „Allianz für Hilden“ gefunden, die Wählergemeinschaft äußerte jetzt gleichwohl auch Bedenken: „Die Planungen zum Klimaschutz sind zukunftsweisend und vom Prinzip eine sehr gute Sache“, betonte Ratsfraktionchef Ernst Kalversberg. „Allerdings fragen wir uns, ob der Bau dieser Siedlung nicht zu Lasten der Gesundheit einiger Anwohner geht“.

Der BUND rate in seinem Gutachten von einer Bebauung ab und forder eine  fünf Meter hohe Schallschutzwand, argumentiert Kalversberg. Dies habe zur Folge, dass der Schall nicht direkt auf die Anwohner trifft, sondern einige Meter weiter etwa auf Freiflächen im Bereich der östlichen Bestandsbebauung. Damit würde es in Zukunft an den Stellen lauter, an denen es jetzt leiser ist. „An ein gemütliches Sitzen im Garten ist hier nicht zu denken“ warnt die Allianz. Zudem müssten in Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmern fensterunabhängige Belüftungseinrichtungen angebracht werden, da gesunder Schlaf bei geöffneten Fenstern nicht mehr möglich sei.  

Ob dies alles den Anforderungen an gesundes Wohnen entspricht, wird von der Allianz für Hilden sehr stark bezweifelt. Hierfür spreche auch die Aussage der Deutschen Bahn AG, dass sich künftig an der Trasse die Zugzahlen auf 152 tags und 67 nachts erhöhen werden.

„Auch das Kreisgesundheitsamt rät in seiner Stellungnahme von einer Ausweisung als Wohngebiet ab“, warnt Kalversberg. Die Überschreitungen beim Lärmpegel seien so erheblich, dass gesunde Wohnverhältnisse in Frage zu stellen seien.

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