Hildania Mareike kommt für Knochenmarkspnde infrage

Hilden : Knochenmarkspende: DKMS meldet sich bei Hildener Karnevalsprinzessin Mareike I.

Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei hat die Karnevalsprinzessin als Treffer identifiziert. Die Hildenerin hat sich erst Ende Mai typisieren lassen, um Stadtwerke-Azubi Zooey zu helfen.

Eigentlich mag Mareike Schlebusch keine Spritzen. Die fünf Ampullen Blut hat sie sich dennoch gerne abnehmen lassen. „Ich habe im Urlaub Ende August eine Nachricht von der DKMS bekommen, dass ich für eine Knochenmarkspende infrage komme“, erklärt die Hildener Karnevalsprinzessin. Eigentlich waren es sogar mehrere Nachrichten: per E-Mail, per SMS und telefonisch. Irgendwo auf der Welt war damals ein Mensch an Blutkrebs erkrankt, der ähnliche Blutmerkmale wie Mareike Schlebusch hat. Und die DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) hat Mareike Schlebusch als Treffer identifiziert.

Die Hildenerin hat sich erst Ende Mai typisieren lassen. Sie wollte gemeinsam mit ihrem Mann Stefan samstags in die Stadt gehen und hat noch kurz bei Facebook reingeschaut. Dort tauchte die Typisierungsaktion für den Stadtwerke-Azubi Zooey auf. „Also haben wir auf dem Weg in die Stadt dort vorbei geschaut“, erklärt sie. Mit ihnen haben rund 500 Hildener Proben der Mundschleimhaut abgegeben und sich in der DKMS registrieren lassen. „Das ist so einfach und kann Leben retten“, sagt sie. Eine Freundin von Mareike Schlebusch hat vor einigen Jahren bereits Knochenmark gespendet und konnte damit das Leben eines Menschen retten. „Die beiden treffen sich jetzt einmal im Jahr“, erzählt die Hildener Karnevalsprinzessin.

Mareike Schlebusch möchte auch helfen. Denn sie kennt die Situation, wenn plötzlich alles anders ist und man auf Unterstützung von anderen angewiesen ist. Vor einigen Jahren bekam ihr Vater die Diagnose Krebs. „Er war auch ein totaler Karnevalist“, erzählt die amtierende Prinzessin. Ihr Vater stirbt vor fünf Jahren mit Mitte 60. Ihm konnte leider niemand helfen.

Nachdem Mareike Schlebusch aus dem Urlaub zurück ist, erhält sie ein Paket von der DKMS. Damit geht sie zu ihrem Hausarzt und lässt sich das Blut abnehmen. Dann beginnt das Warten: Die DKMS lässt das Blut prüfen – drei Monate dauerten die Tests, hieß es. „Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten, Stammzellen zu spenden“, erklärt sie. Entweder wird das Blut über einen längeren Zeitraum gefiltert, wie bei einer Dialyse. Oder dem Spender wird unter Vollnarkose mit einer Punktionsnadel aus dem Beckenkamm Knochenmark entnommen. „Bei mir wäre das Knochenmark aus dem Beckenkamm entnommen worden“, erzählt Mareike Schlebusch. Als ihre Tochter davon gehört hat, hatte sie Angst um ihre Mutter.

„Ich habe mir eigentlich nur darüber Gedanken gemacht, wie ich das organisieren kann: Zwei Kinder, drei Tage Krankenhausaufenthalt“, erzählt sie. Dann noch die Verpflichtungen durch die Amtszeit als Karnevalsprinzessin. Einfach wäre das nicht geworden.

Aber dazu kommt es nun auch nicht. Die tiefer gehenden Tests haben ergeben, dass das Knochenmark anderer Spender besser zu dem Leukämie-Patienten passt als das von Mareike Schlebusch. Weitere Spritzen bleiben ihr also erst einmal erspart.

„Es ist so einfach zu helfen“, sagt die Karnevalsprinzessin und ruft alle potentiellen Spender dazu auf, sich bei der DKMS registrieren zu lassen. „Man kann sich das Typisierungs-Set auch nach Hause schicken lassen und muss nicht auf den nächsten Termin warten“, erklärt sie. Wattestäbchen in den Mund, alles fest verschließen und wieder zurückschicken. Das war’s schon. Weitere Informationen und eine Bestellmöglichkeit für das Typisierungsset gibt es unter www.dkms.de im Netz.

Mareike I. und Stefan I. bei der Prinzenkürung. Die beiden verkaufen ihren Prinzenschal für elf Euro, der komplette Erlös geht an die Hospizbewegung Hilden. Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Stadtwerke-Azubi Zooey findet übrigens langsam wieder ins Leben zurück. Für ihn konnte die DKMS einen Spender finden, allerdings nicht unter den Hildenern, die sich für ihn haben typisieren lassen. Nach der Knochenmarkspende vor einigen Monaten geht es ihm immer besser. Vor kurzem hat er sogar seine Kollegen bei den Stadtwerken besucht.