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Hilden: Hier sprechen Unternehmer Klartext

Hilden : Hier sprechen Unternehmer Klartext

Der Fachkräftemangel ist beim Hildener Unternehmertag am Montag Schwerpunktthema. Doch es gibt noch mehr, das die Firmenchefs bewegt.

Mit Oliver Frey hat es Moderatorin Andrea Schauf am Montag leicht. Der geschäftsführender Gesellschafter des Hildener Backofen- und Kältetechnik-Herstellers Wachtel macht keine Umschweife. Er hat eine klare Meinung, die er mit Nachdruck vertritt. "Wir müssen handeln und dürfen nicht Drumrumreden", sagt der Unternehmer. Auch das sei mit ein Grund, dass sich die Firma Wachtel am Hildener Unternehmertag zum ersten Mal beteiligt: "Wir sind als Unternehmen mit 160 Mitarbeitern ein Teil einer Gemeinschaft, einer Kommune", sagt Frey. Und wenn sich die Unternehmer nicht zu Wort melden, werde sich an Missständen in den politischen Rahmenbedingungen nichts ändern.

Oliver Frey sitzt am Montag auf dem Podium des Unternehmertags. Foto: Pri

Die Gäste des Hildener Unternehmertags, der am Montag, 15.30 Uhr, im Gewerbepark Süd beginnt, dürfen also gespannt sein auf eine angeregte Podiumsdiskussion, an der neben Frey auch Kreishandwerksmeister Thomas Grünendahl, Talanx-Vorstand Iris Klunk und Autohändler Marcel Prause teilnehmen. Beherrschendes Thema dieses Tages ist der Fachkräftemangel - ein Thema, zu dem auch der besondere Gast des Tages, NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin, sprechen wird. Sein Vortrag ist für 16.20 Uhr angesetzt.

Fachkräftemangel, "das ist ein Thema, das in vielen Köpfen immer noch nicht angekommen ist", sagt Volker Hillebrand vom Hildener Stadtmarketing, der den Unternehmertag gemeinsam mit dem Industrieverein und der Wirtschaftsförderung organisiert. Die Zahl der Schulabsolventen sinkt stetig, und bald kehren sich die Verhältnisse auf dem Ausbildungsmarkt um. Dann gibt es nicht mehr, wie bisher, einen Überhang an Bewerbern, sondern einen Überhang an Lehrstellen. Die komfortable Situation, in der sich manches Unternehmen zurzeit noch befindet, sich die Nachwuchskraft aus einer Vielzahl an Bewerbern auszusuchen, ist dann beendet. "Es gibt immer noch vereinzelt Betriebe, die das nicht so ganz verstanden haben", beobachtet Hillebrand. Daher werde beim Unternehmertag gewiss auch darüber diskutiert, wie sich Betriebe für Auszubildende und junge Fachkräfte attraktiv darstellen können. "Der Appell muss lauten: ,Macht Euch Gedanken, wie man an Nachwuchs kommt'", sagt Hillebrand.

Unternehmer Oliver Frey hat bereits vorgesorgt. Zurzeit beschäftigt die Firma Wachtel sechs Auszubildende im gewerblich-technischen Bereich. Es sollen nun weitere Lehrstellen für angehende Industriekaufleute hinzukommen. "Es ist nicht so einfach, gute Leute zu finden", sagt Frey. Daher sei es wichtig, Präsenz zu zeigen, so zum Beispiel bei Universitäten oder der Industrie- und Handelskammer. Außerdem beschäftigt die Firma Wachtel regelmäßig Werkstudenten.

Frey steht seit Oktober vergangenen Jahres dem Unternehmen vor. Die Geschäftsführung teilt sich der Schwiegersohn des Unternehmensgründers Günter Wachtel mit Rüdiger Weskamp. Weskamp verfügt über langjährige Produktionserfahrung im Backofenbau bei Wachtel. Günter Wachtel hatte die Firma 1964 ins Leben gerufen, er hat den Beiratsvorsitz übernommen.

Sein Nachfolger ist studierter Kaufmann und blickt auf mehr als 20 Jahre internationale Erfahrung in unterschiedlichen Branchen in Europa und den USA zurück. Die Wachtel-Gruppe beschäftigt insgesamt 250 Mitarbeiter.

(RP)