RP-Autorin bei Hildener Herzlauf dabei: "Hier ist jeder ein Gewinner"

RP-Autorin bei Hildener Herzlauf dabei: "Hier ist jeder ein Gewinner"

Die Nummer 961 in Weiß soll ich mir an mein gerade erhaltenes Herlauf-T-Shirt stecken. Doch ich bin an diesem Tag nicht die einzige, die diese Nummer trägt. Mein Laufpartner mit der 961 in Orange entdeckt mich schnell.

"Hallo, ich bin Klaus-Dieter", stellt er sich vor. Klar, unter Sportlern sind wir direkt beim Du. Wir bilden also heute eines der 34 Teams, die gemeinsam den Inklusionslauf im Rahmen des zweiten Hildener Herzlaufs absolvieren. Ein Mensch mit und ein Mensch ohne Behinderung laufen dabei die ein Kilometer lange Strecke gemeinsam.

Die Idee dazu hatten die Hildener Organisatoren schon länger im Hinterkopf: "Wie waren mehrfach als Laufpartner bei ähnlichen Aktionen dabei", erzählt Monica Öhm vom Herzlauf-Team. Sie haben unter anderem den Partnerlauf im Rahmen des Kö-Laufs in Düsseldorf und bei den Special Olympics als Begleiter mitgemacht. "Das hat uns allen so gut gefallen, dass wir einen solchen Lauf auch in Hilden anbieten wollten. Das Besondere dabei ist: Bei diesem Lauf ist einfach jeder ein Gewinner." So sieht das auch Klaus-Dieter Dick. Er weiß, dass er nicht ganz vorne mitlaufen wird, aber er warnt schon einmal: "Ich bin schnell!"

Doch vor dem Start geht es erst einmal mit allen Teilnehmern des Inklusionslaufs vor die Bühne. Aufwärmen mit Zumba-Tanzen ist angesagt. Klaus-Dieter stellt sich ganz nach vorne und ist voller Eifer dabei. Vier Schritte nach rechts, vier Schritte nach links, die Arme hoch - da müssen wir fast aufpassen, dass wir nicht schon vor dem Laufen aus der Puste kommen.

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Klaus-Dieter lacht, er ist Bewegung an der frischen Luft gewohnt: Seit 20 Jahren arbeitet er bei der Düsseldorfer Werkstatt für angepasste Arbeit in der Gartengruppe und hilft, den Südpark zu pflegen. Einige seiner Kollegen sind beim Inklusionslauf mit von der Partie, andere Läufer haben sich über ihre Wohnheime oder die Freizeitgemeinschaft Behinderte und Nichtbehinderte in Hilden angemeldet.

Auch wenn Klaus-Dieter nicht aus Hilden kommt - die Strecke kennt er bereits: "Wir waren schon zwei Mal zum Training hier. Es geht zwei Mal um den kleinen See herum. Die Stecke ist wirklich schön", erklärt er, während der Countdown zum Start läuft. Seine Lauferfahrung macht sich bemerkbar. Fünf Mal hat er bereits an anderen Partnerläufen teilgenommen. Während andere lossprinten und zum Teil früh ins Gehtempo zurückfallen, weiß er, wie er seine Kräfte über die Strecke einteilen muss und läuft kontinuierlich. Unser Tempo passt zusammen und das, obwohl wir zufällig ausgewählte Partner sind. Glücklich nimmt Klaus-Dieter im Ziel seine Medaille entgegen. Gewonnen haben wir beide - und zwar eine neue Bekanntschaft und vielleicht den Partner für den nächsten Inklusionslauf.

(arm)
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