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Hilden: Heimkehr eines Bildhauers

Hilden : Heimkehr eines Bildhauers

Die Ausstellung "Skulptur als Körperspur" ist dem 2001 verstorbenen Hildener Bildhauer Heinz Breloh gewidmet. Von heute bis zum 19. April zeigt die Stadt seine Werke im Wilhelm-Fabry-Museum, im Kunstraum Gewerbepark-Süd und im Park des Künstlerhauses H6.

Seine Skulpturen sind Monumente der Körpersprache, Objekte voller ursprünglicher Kraft. Heinz Breloh war ein klassischer, der Moderne verpflichteter Bildhauer. Und er war ein Hildener. Eine breit gefächerte Ausstellung zeigt jetzt in Hilden Kostproben seines Schaffens. Und nicht nur in Hilden. Mit den Worten: "Wir sind sehr sehr froh, dass wir uns an diesem großen Projekt beteiligen konnten", sagte die Leiterin des Kulturamtes, Monika Doerr, bei einem Pressegespräch. Anfang 2008 habe man in Hilden angefragt, ob die Stadt sich an der Breloh-Ausstellung beteiligen wolle. Natürlich wollte man, so Doerr.

Kulturelle Premiere

Gezeigt wird die Ausstellung des Bildhauers an drei Hildener Standorten, im Fabry-Museum, im Kunstraum Gewerbepark-Süd und im Park des Künstlerhauses Hofstraße 6. Gleichzeitig ist sie eine Kooperation von fünf Kulturstätten. "Mit drei Standorten hier in Hilden ist es für uns eine kulturelle Premiere", betonte Dr. Wolfgang Antweiler, der Leiter des Fabry-Museums.

Mit viel Sorgfalt und Engagement und der Unterstützung der Lebensgefährtin von Breloh, Krimhild Becker, ist diese Ausstellung des 2001 verstorbenen Bildhauers vorbereitet worden. Ihr Titel "Skulptur als Körperspur" ist auch Programm dieser Retrospektive. In dem hellen, großflächigen Kunstraum des Gewerbeparks-Süd stehen die Werke auf Podesten. An den Wänden korrespondieren seine schwarzweißen und farbigen Graphiken mit den groben und feinen Formen der Skulpturen: Objekte, die sich einem nicht auf den ersten Blick entschlüsseln. Bei einigen ist Rodin spürbar. Man schaut auf sehr komplizierte verschlungene Gebilde aus Schwüngen und Wülsten, auf Silhouetten von Bewegungen des Körpers. Der Bildhauer gestaltete seine Skulpturen mit seinem gesamten Körper. Ohne Werkzeug formte er sie, setzte sich in ihnen mit der Kraft, der Schönheit und den Veränderungen des männlichen Körpers auseinander. Breloh bevorzugte Gips und Ton, schnell trocknende Stoffe, die den Schaffensvorgang zeitlich einengen. In den schlichten oder farblich lasierten Terrakotta-Objekten spielen Licht und Schatten.

Berührende Artikel

1991 hatte er schon einmal im Fabry-Museum ausgestellt. Krimhild Becker, seine Lebensgefährtin las aus einem Artikel, den er damals geschrieben hat: ein sehr berührender über seine Hildener Kindheit auf Gut Holterhof. "Ich glaube, dass er Hilden nie ganz verlassen hat", sagte sie. "Und diese Ausstellung ist so etwas wie eine Heimkehr für ihn."

(RP)