Thomas Hesse: Heimatgefühl bei Haaner Krimi-Lesung: Der Autor berichtet

Thomas Hesse : Heimatgefühl bei Haaner Krimi-Lesung: Der Autor berichtet

Der gebürtige Haaner Thomas Hesse ist Krimi-Autor, las in der Aula des Haaner Krankenhauses und traf viele alte Bekannte. Ein Abend der heimatlichen Art.

Der gebürtige Haaner Thomas Hesse ist Krimi-Autor, las in der Aula des Haaner Krankenhauses und traf viele alte Bekannte. Ein Abend der heimatlichen Art.

Es war eine interessante Rückkehr nach Haan. Mit zwei Büchern unterm Arm sozusagen. In der Aula des St. Josefs Krankenhaus war die Bühne liebevoll hergerichtet, das Drumherum passte, und ein Büchertisch stand bereit. Ich, der Autor Thomas Hesse, habe 20 Jahre bis 1973 in Haan gelebt, familiäre Bindungen gibt es weiter. Doch eine Lesung habe ich als Schreiber von niederrheinischen Kriminalromanen, der heute in Wesel lebt, noch nie in seiner Heimatstadt gehabt. Interessiert sich überhaupt jemand dafür — nach all den Jahren? Noch war der Saal leer bei der ersten Lautsprecherprobe. Dann kamen die Zuhörer, rund 50 waren es schließlich.

"Eulenblues" und "Die Spinne" heißen die beiden Krimis, die ich gemixt mit niederrheinischen Informationen, Haaner Erinnerungen und Einblicke in die Krimi-Werkstatt präsentieren will. Doch so einfach ist das nicht. Es gilt erst, Erinnerungen auszutauschen. Weißt Du noch, wir sind gemeinsam in die Volksschule am Diek gegangen? Unglaublich, ich erkenne zwei ehemalige Mitschüler sofort, ich habe sie vor 50 Jahren zuletzt gesehen. 60 Kinder, heute unvorstellbar, waren wir in der Grundschulklasse von Lehrer Schmidt, der mir in bester Erinnerung geblieben ist. Ein anderer Haaner denkt an das Jahr 1973, als wir zusammen im Bahnhof einstiegen, um an den Studienort Köln zu fahren. Noch einer spricht über gemeinsame Zeiten im CVJM-Jugendkeller und bei Ferienfreizeiten. Es ist witzig und rührend zugleich.

Dann ist Krimi-Zeit. Die Stellen aus "Eulenblues" und "Spinne" waren wohl gut gewählt. Zwei Stunden vergehen unterhaltsam und wie im Flug. Krimis sollen nicht nur spannend sein, sondern auch Schmunzeleffekt haben. Manchmal Roman sein, um dann wieder schneller Thriller sein zu können. Es ist mucksmäuschenstill, alle hören konzentriert zu. Zwischendurch gibt es Haaner Bezüge, Heimatgefühl, das scheint Zuhörern wichtig zu sein. Nichts anderes wird auch in regionalen Krimis transportiert.

  • Haan : Förderverein des Krankenhauses feiert Sommerfest
  • Haan : Krankenhaus-Förderverein zieht Bilanz
  • Haan : Krankenhaus-Standort in Haan ist gesichert

Dann ist Pause. Neue Gespräche am Büchertisch. Zwischen "Weißt Du noch?" und "Wie schreibt man ein Buch erfolgreich?". Nach der Pause geht es mit der "Spinne" weiter — mit härteren Passagen. Und mit niederrheinischen Charakteren, in die sich auch die Niederbergischen einfühlen können. Hanns-Dieter Hüsch, der Vorzeige-Niederrheiner, hat eben breitflächig Menschkenntnis hinterlassen. Immer fesselnd bei meinen Lesungen ist es, über die Autorentätigkeit zu berichten. Über genaue Recherche, über die Orientierung an tatsächlichen Personen, über Milieunähe und Wertschätzung des Lesers. Die Veranstalter machten ein munteres Frage-und-Antwort-Spiel möglich, viele kommen zu Wort. Ja, so bringt Kommunikation Schreiber und Publikum zusammen. Nach zwei Stunden und herzlichem, langanhaltenden Applaus war ein lebendiger Leseabend vorbei. Den Machern vom Krankenhaus hat es auch gefallen. Im nächsten Krimi, so wurde geflachst, kommt das Haaner Krankenhaus vor. Eine niederbergische und niederrheinische Verbindung, gute Idee. Achten Sie also auf künftige Bücher, die einen Tier-Titel tragen — das Markenzeichen der Hesse-Bücher! Da könnte Haan drin sein.

Der Autor kommt jedenfalls gerne wieder in seine Heimatstadt. Privat und zu einer nächsten Lesung.

THOMAS HESSE

(RP)
Mehr von RP ONLINE