1. NRW
  2. Städte
  3. Hilden

Heimatbesuch in der Fremde - in Lindlar steht Haus Hilden

Hilden Historisch : Hier ist Hilden museumsreif

Im Freilichtmuseum Lindlar kann das Haus Hilden besichtigt werden. Früher stand es an der Hochdahler Straße. Wer eintritt, taucht ins Leben des Jahres 1900 ein.

Kleine Räume, 40 Quadratmeter Fläche, eine steile Treppe ins erste Geschoss – im Freilichtmuseum Lindlar zwischen Köln und Olpe steht ein Haus, das in Hilden errichtet worden ist und lange Zeit an der Hochdahler Straße 220 stand.

Wer das Kleinstwohnhaus betritt, taucht ein in die Welt um 1900: Ein Holzofen als Herd, Wasserkrüge für die Morgentoilette, einfachste Ausstattung für den Alltag eines Arbeiters und seiner Familie. Kaum zu glauben, dass dort bis zu zehn Menschen gleichzeitig lebten.

Vor mehr als 250 Jahren wird das Gebäude als Backhaus errichtet. Es gehörte zu einer größeren Hofanlage, und die Besitzer bauen es wahrscheinlich 1763 zu einem Wohnhaus aus. Die Mehrheit der Hildener Bürger betreibt zu dieser Zeit ein häusliches Handwerk und bewirtschaftet nebenbei ein Stückchen Land, um den eigenen täglichen Bedarf zu decken.

So auch Adolf Sandbach (1726 bis 1780), der in Folge einer Erbteilungsvereinbarung das Backhaus des Gutes „In der Sandbach“ erhalten hat. Der Lein- und Wollweber nutzt das Fachwerkgebäude als Wohnhaus und Werkstatt zugleich.

  • Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Erkrath
    Gemeinsame Aktion : ADFC schneidet Fuß- und Radweg an Hochdahler Straße frei
  • Solche Fahrzeuge waren seit den 1950er
    Freilichtmuseum in Lindlar : Als das Wirtschaftswunder „rollte“
  • Peter Mollenhauer, Sportlicher Leiter Rhenania Hochdahl.⇥RP-Foto:
    Fußball : Rhenania empfängt im Kreispokal SV Hösel

„Im Erdgeschoss vermitteln Küche und Stube anschaulich die Lebensweise der damaligen Bewohnerinnen und Bewohner. Das Zusammenleben auf engstem Raum ohne Nasszelle oder sanitäre Einrichtungen, ohne Rückzugsraum für eine eigene Privatsphäre gehörte für viele Arbeiterfamilien in Hilden zum Alltag. Bezahlbarer Wohnraum war knapp – viele Arbeitssuchende zogen damals von außerhalb in die aufstrebenden Industriezentren“, heißt es in einem Erklärtext des LVR-Museums.

Neben der Wohnungsnot werden auch die Themen Erbteilung und Beruf in „Haus Hilden“ erläutert. Zudem haben die Experten aufwändige Wandfassungen rekonstruiert, die exemplarisch für die gründerzeitlich-wilhelminische Epoche sind.

Bis zum Jahr 1990 stand das 40 Quadratmeter große Haus in Hilden. Als dem Gebäude damals der Abriss drohte, beschlossen die Stadt Hilden und das Freilichtmuseum Lindlar gemeinsam, es an seinem Originalstandort abzubauen und ins Freilichtmuseum zu versetzen. Die Stadt finanzierte den Ab- und Wiederaufbau; dank der Unterstützung der Kulturstiftung der Kreissparkasse Köln konnte es auf dem Gelände des Freilichtmuseums Lindlar wieder errichtet werden.

Das Freilichtmuseum liegt 60 Kilometer von Hilden entfernt und ist täglich von 10 bis 18 Uhr, von November bis Februar bis 16 Uhr geöffnet. Eintritt: 6 Euro, bis 18 Jahre frei. Infos: www.freilichtmuseum-lindlar.lvr.de.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Heimatbesuch in der Fremde