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Haus-Horst-Bewohner in Hilden wegen Corona-Impfung in „heller Aufregung“

Corona-Impfung in Hilden : Haus-Horst-Bewohner in „heller Aufregung“

Der Bewohnerbeirat kämpft dafür, dass die Corona-Impfungen für die rund 290 über 80-Jährigen im Hildener Wohnstift durchgeführt werden.

Im Wohnstift Haus Horst leben 350 Senioren in Wohnungen. 290 von ihnen sind 80 Jahre, viele auch weitaus älter. Eine im Haus wohnende Ärztin und ein weiterer Arzt würden die Bewohner im Wohnstift gegen Corona impfen. Das aber lehnen die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein, das Gesundheitsamt des Kreises Mettmann und das Corona-Impfzentrum in Erkrath ab. Deshalb seien die Bewohner jetzt in „heller Aufregung“, berichtet Günter Beyer, Vorsitzender des Bewohnerbeirats.

Es gebe viele gute Argumente für eine Impfung im Wohnstift. Die Senioren könnten nicht verstehen, dass diesen nicht gefolgt werde. Deshalb haben sie  einen Brandbrief an zahlreiche Entscheidungsträger geschrieben: von Bundesgesundheitsminister Spahn und Landesgesundheitsminister Laumann über den Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein und die hiesige Bundestagsabgeordnete Michaela Noll bis hin zum Leiter des Kreisgesundheitsamtes Rudolf Lange, Landrat Thomas Hendele und Hildens Bürgermeister Claus Pommer.

Fast alle Bewohner würden sich immunisieren lassen, wenn die Corona-Schutzimpfung im Haus stattfinden könnte, schreibt Beyer. Die meisten jedoch nicht, wenn sie dafür den für viele beschwerlichen Weg ins Impfzentrum nach Erkrath auf sich nehmen müssten. Viele Hinweise der Behörden seien „wirklichkeitsfremd und nicht hilfreich“, meint der Vorsitzende des Bewohnerbeirats. Die Bewohner seien gesundheitlich sehr beeinträchtigt. Eigene Autos seien kaum noch vorhanden, Freunde und Verwandte weit weg. Für die Anreise mit dem Bus nach Erkrath müsse man einmal umsteigen, eine Krankenfahrt bei der Krankenkasse zuvor schriftlich beantragt werden. Es sei schwierig, einen Impftermin zu bekommen. Ehepaare könnten zudem keinen gemeinsamen Impftermin beantragen.

Das Gesundheitsamt Düsseldorf habe die Bewohner im Schwesterstift Haus Lörick ohne Probleme im Haus geimpft. Das sei auch im Wohnstift Rosenhof in Erkrath so gehandhabt worden. Und Erkrath gehöre zum Kreis Mettmann. Welche Gründe diese Ungleichbehandlung hat, könnten die Bewohner von Haus Horst nicht nachvollziehen. Die Impfung im Wohnstift spare auch für die Gesundheitsbehörden Personal und Kosten. „Die Bewohner warten dringend auf die Impfung“, sagt Wohnstift-Leiterin Ute Franke-Hesse: „Wir brauchen Klarheit und eine Entscheidung.“