Haus Hildener Künstler: Winterausstellung 2018

Hilden: Beeindruckende Kunst in der H6-Winterausstellung

„Hier findet man Kunst fernab vom Kunstmarkt.“, lobte Professor Guido Reuter in seiner Begrüßung. Gemeint war nicht nur der Kunstraum des Haus Hildener Künstler, sondern auch die Werke, die aktuell in der „Jurierten Winterausstellung“ zu sehen sind.

Insgesamt 102 Arbeiten hatten 37 Mitglieder des Vereins H6 zur Beurteilung eingereicht. Zum ersten Mal erfolgte die Bewerbung ausschließlich in digitaler Form. Die unabhängige Jury, bestehend aus Professor Reuter, Dekan der Kunstakademie Düsseldorf, und seiner Frau, der Kunsthistorikerin Wiebke Arnholz, hatten keine leichte Wahl. „Wir haben versucht, angesichts des großen Spektrums der eingereichten Arbeiten, alle Kunstrichtungen zu berücksichtigen.“

Und so begeistern in der aktuellen Ausstellung im Haus Hildener Künstler Malerei, Fotografie und Bildhauerisches gleichermaßen. Insgesamt 24 Exponate werden präsentiert. Den ersten Preis erhielt Ruth Kühn-Löwe für ihr großformatiges Bild „psychedelic“, das abstrakt und farbenprächtig den Betrachter zum Assoziieren einlädt. Mit einem differenzierten Farbaufbau und vielen Lasuren habe sich die Künstlerin Stück für Stück der Malerei genähert, befand der Fachmann. „Ich habe nicht mit einem Preis gerechnet.“, kommentierte die Künstlerin, die dem Verein seit 2008 angehört. Ihre abstrakte Arbeit in Acryl und Guasch, die Farbflächen und Pinselstriche lassen der Fantasie freien Lauf.

Das gilt auch für Reiner Strackes kleine Skulptur. Titel: „Dieses Haus hat keinen Eingang“. Als bildhauerisches „Schmankerl“, bezeichnete Reuter ein kleines Holzstück, das der Künstler nach eigenen Angaben im Wald gefunden hat. Dem Betrachter kommt es aber durch die künstlerische Bearbeitung vor, als wäre es aus Metall. Eine kleine, imposante Kathedrale.

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Ihr „Erbauer“ kommt aus Düsseldorf, war Geschäftsführer des Architekten- und Ingenieurverbands. „Ich habe mich das erste Mal an einer jurierten Ausstellung beteiligt.“, erzählt Strack. Er sei aber schon immer an Kunst interessiert gewesen: Musik und Marionettenbau zählten dazu. „Trau Dich was!“, hätte seine Frau Jutta gesagt, die schon zehn Jahre Mitglied im Verein ist. Er habe das Holzstück gefunden. „Nimm mich mit!“ hätte es gesagt. Entstanden ist dann mittels Kreativität und Oxidationsfarbe diese ganz einprägsame Kirchenfassade.

Mit Vergangenem auf farbigen Fotos beschäftigte sich Judith Michaelis und bekam dafür den dritten Preis. Michaelis ist Profifotografin seit 1997, hat Kommunikationsdesign studiert. „Mal keine Auftragsarbeiten zu erledigen, sondern etwas für die Seele zu tun“ lautete ihr Ansporn, ihre drei Werke „Was von mir bleibt“ für die Ausstellung einzureichen. Sie zeigen Szenen eines Alltags. Eine Ecke des Badezimmers garniert mit Bürsten, Spielautos und Erinnerungsfotos auf einer Fensterbank, eine Cola-Flasche neben dem Düsselpass. „Die Fotos stammen aus einer Wohnung, in der jemand verstorben ist.“, verrät Michaelis. Alles sei genauso gewesen wie sie es fotografiert hätte. „Mich hat dann interessiert, was mit den Dingen passiert. Sie erzählen eine Geschichte.“ Für die Juroren war entscheidend, dass „Der Absens des Menschen durch die fotografierten Objekte die Menschlichkeit thematisiert.“

Die Ausstellung ist bis zum 16. Dezember zu sehen. Öffnungszeiten: Samstags 14 bis 18 Uhr, sonntags 11 bis 18 Uhr, donnerstags 16 bis 18 Uhr.

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