Haus Hildener Künstler: Friedel W. Warhus stellt aus

Hilden : Friedel W. Warhus zeigt im H6 seine Werke

In der aktuellen Werkreihe beschäftigt sich der Hildener mit dem Bilddiskurs zwischen Harmonie und Disharmonie.

(RP) In den langen Jahren seines Schaffens war und ist Friedel W. Warhus ein Künstler, der das „Bilder machen“ immer weiter und tiefer reflektiert. In der aktuellen Werkreihe beschäftigt sich Warhus mit dem Bilddiskurs zwischen Harmonie und Disharmonie. Die beiden

Begriffe sind Ausgangspunkt und Grundlage für die Gestaltung und Bewältigung seiner Bilder. Jetzt stellt er im Haus Hildener Künstler aus.

Wann empfindet man etwas als harmonisch? Man erkennt eine verschiedenartige Anordnung, man erkennt ein System. Dies gibt ein Gefühl von Sicherheit und Verständnis. So betrachtet bedeutet Harmonie Einklang, Eintracht, Ebenmaß als subjektive Empfindung. Eine Disharmonie stellt sich ein, wenn dem Auge, dem Ohr, dem Gehirn, etwas Widersprüchliches oder etwas Aufregendes dargeboten wird.

Heraklit bezeichnete Harmonie als „Einheit der Gegensätze“. Das Widerstrebende vereinigt sich mit dem Gegensätzlichen zur Harmonie. Das Wohlgeformte galt bis zum Anfang des 20. Jahrhundert als das Ideal der „Schönen Künste“. Ein großer gesellschaftsbedingter Umbruch ästhetischer Werte zu Zeiten des Expressionismus und Kubismus ließ das klassische Bild der Harmonie nur noch im Kitsch zu.

Friedel W. Warhus fokussiert sich auf die abstrakte Malerei und entwickelt einen gestischen Stil. Es entstehen spontan angepinselte Strukturen, die sich überschneiden und addieren und dadurch eine räumliche Staffelung und Bildtiefe erzeugen. Widerstrebende Impulse, Wildheit und Sperrigkeit, ein Reichtum an Kolorit und subjektive malerische Gesten, tragen das Bild.

Die Künstlerin Henriëtte Astor, eine langjährige künstlerische Weggefährtin von Warhus beschreibt seinen Malstil so: „Warhus komponiert, tastet und testet sich an das Ergebnis heran. Das Bild wird spontan und direkt auf der Leinwand entwickelt und konstruiert. Es gibt keinen Entwurf, nur das Lebensgefühl und die Sinnlichkeit des Künstlers in dem kreativen Prozess spielt eine Rolle. Man erkennt die Malerei von Friedel W. Warhus an bestimmte Farbnuancen und Strukturen. Es werden Farbflächen und Farbkleckse auf die Leinwand geschleudert, dann wieder entstehen feingliedrige, ziselierte Farbstrukturen, mit einem immer wechselnden Pinselduktus, von wild bis elegant. Satte Farbflächen wechseln sich mit leicht hingehuschten zarten Flächen und Linien ab. Es sind immer wieder Fantasiereisen mit unbekanntem Ziel.“ Mit der Ausstellung im Haus Hildener Künstler, Hofstraße 6, lädt der Künstler Besucher auf diese Reise ein.

Die Ausstellung läuft bis Sonntag, den 21. Juli. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag 16 bis 18 Uhr, Samstag 14 bis 18 Uhr, Sonntag 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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