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Haan: "Haaner Sommer" kann kommen

Haan : "Haaner Sommer" kann kommen

In knapp drei Wochen beginnt wieder das Strandleben in der Haaner Innenstadt. Vom 30. Juni bis 19. August wird der "Haaner Sommer" Treffpunkt für Jung und Alt sein.

Bisher umfasst das Programm für die sieben Wochen 130 Punkte. Heinz Eickmeier (Vorsitzender und weiterhin Schatzmeister) und Reinhold Wagner (Vorstandsmitglied und Mr. Sandman) vom Verein Haaner Sommer geben einen Überblick über den Stand der Vorbereitungen.

Haan: "Haaner Sommer" kann kommen
Foto: Tinter, Anja

Haben Sie schon die Schaufeln, Harken und Besen für den Sandstrand bereitgestellt?

 Heinz Eickmeier (oberes Bild, rechts.) und Reinhold Wagner vor dem Lageplan des Haaner Strandes im Häusermeer. Unten
Heinz Eickmeier (oberes Bild, rechts.) und Reinhold Wagner vor dem Lageplan des Haaner Strandes im Häusermeer. Unten Foto: Olaf Staschik

Wagner Gedanklich schon. Tatsächlich werden die gut 150 Tonnen Sand in der letzten Juni-Woche angeliefert.

Eickmeier Im Grunde bleibt der Aufbau so wie im vorigen Jahr. Das große Zelt wird mit der Bühne zur Stadtbücherei hin aufgestellt und öffnet sich zum Brunnen. Davor befindet sich der Spielbereich und die "Lounge" mit Liegestühlen und Sonnenschirmen. Unterhalb wird das etwa 370 Quadratmeter große Spiel- und Sportfeld angelegt.

Wie wird sich das Programm gestalten?

Eickmeier Wir haben schon jetzt 130 Programmpunkte auf der Liste. Zum Auftakt am 30. Juni feiert die Stadt-Sparkasse ihren Familientag. Es wird einen ökumenischen Gottesdienst geben und abends Musik. Mittwochs laden wir wieder zum Singen von Lagerfeuer-Liedern ohne Lagerfeuer ein. Wir bieten eine Mischung aus Musik, Theater und Lesungen. Zum Auftakt wollen wir eine spezielle "Bergische Kaffeetafel" veranstalten: Alle können mit ihrem Picknick, Tischen und Stühlen kommen, auf dass der Platz voll werde.

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Wagner Es wird wieder eine Kinder-Olympiade geben und eine Sandburgen-Baumeisterschaft. Die After-Work-Party freitags wird ein wenig variiert. Auch 2012 kommt das englische Jugendorchester zu einem Auftritt. Diesmal sollen Spenden für das Jugendhaus gesammelt werden.

War es schwer, Akteure für die Programmpunkte zu finden?

Wagner Gar nicht. Alle, die im vorigen Jahr aufgetreten sind, möchten wieder mitmachen. Obwohl bei uns kein Geld zu verdienen ist, gab es Anrufe und Mail teilweise nachts. Alle finden die Idee klasse, freuen sich über die tolle Atmosphäre und fühlen sich gut betreut.

Eickmeier Es gab mehr Anfragen, als wir im Programm unterbringen könnten. Dabei steht das Programm gar nicht im Mittelpunkt. Vielmehr sollen die Menschen einen Treffpunkt ohne Konsumzwang in der Stadt haben. Im Schnitt hatten wir im Vorjahr 300 Besucher pro Tag. Da waren Mütter mit Kindern am Strand, trafen sich Ältere zum Plausch. Und die Lagerfeuer-Lieder haben sich zum Teil in öffentliche Chorproben verwandelt.

Das klingt so, als sei der Haaner Sommer inzwischen zu einer Marke geworden.

Eickmeier Das kann man sicher so sagen. Dabei war das gar nicht geplant. 2007 wollten wir einen Beitrag zu dem Projekt "Ab in die Mitte" leisten. Obwohl Haan aus dem Landeswettbewerb nicht gefördert wurde, haben wir trotzdem unsere Pläne umgesetzt, mit 20 Tonnen Sand.

Wagner Viele mögen gedacht haben, im nächsten Jahr sind die eh wieder weg. Aber heute behaupte ich, unsere Aktion ist in Deutschland einzigartig. Sieben Wochen Ferienangebot, ehrenamtlich geplant und betreut. Das ist schon was.

Ist durch den Haaner Sommer das "Wir-Gefühl" gewachsen?

Wagner Definitiv. Anfangs mussten wir um viele Dinge betteln. Heute werden wir schon gefragt, wann es los geht, was wir noch brauchen. Da hat ein Schreiner uns eine Bühnentreppe gebaut. Anwohner versorgen unsere morgendliche Sandfege-Crew mit selbst gebackenem Kuchen und Kaffee. Unternehmer fragen, wann sie mit dem Bagger für den Sand anrücken sollen.

Eickmeier Ein Unternehmen hat uns einen Übersee-Container für einen symbolischen Euro angeboten. Darin können wir Stühle und Zelt und Material verstauen. Inzwischen haben wir einen zweiten Container bekommen. Einer bleibt während des Haaner Sommers am Platz.

Der Haaner Strand befindet sich ja mitten im "Häusermeer". Wie nehmen Sie auf die Anwohner Rücksicht?

Eickmeier Wir haben die Auflage, abends um 20 Uhr unser Zelt zu schließen. An drei Samstagen dürfen wir bis 22 Uhr Programm machen. Das wird am 30. Juni mit der Eröffnung sein, am 21. Juli mit "Rock am Strand" und am 19. August mit der Sand-weg-Party.

Sieben Wochen im Ehrenamt — haben Sie genug Helfer?

Eickmeier Wir sind zwar eine große Gruppe, stoßen aber an Grenzen. Der älteste Aktive ist 76 Jahre, der Jüngste gerade 14. Erfreulicherweise sind viele Jüngere hinzu gestoßen, die aber wegen des Familienurlaubs für einige Wochen ausfallen. Deshalb ist Hilfe willkommen.

Wagner Egal ob morgens zum Sand-Fegen oder abends zum Abbauen oder einfach spontan. Einige Jugendliche engagieren sich seit Jahren und übernehmen Verantworung — ob beim Schrauben-Prüfen an Strandkörben oder bei Kreativangeboten. Aus dem Seniorennetzwerk "Wir sind Haan" fand sich neulich spontan jemand, der unsere neue Musikanlage als Tontechniker betreuen wird. Das hat bisher immer Klaus Eisner gemacht, der aus beruflichen Gründen aber eine Sommerpause eingelegt hat.

Ralf Geraedts führte das Gespräch.

(RP)