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Haan: Haaner Sommer endet mit "Sand-weg-Party"

Haan : Haaner Sommer endet mit "Sand-weg-Party"

Sieben Wochen lang gab es am Strand im Häusermeer auf dem Neuen Markt viel Programm und noch mehr Begegnungen.

Die Wehmut des letzten Partyabends beim Haaner Sommer am Samstag mit Lifebands und einem 15-minütigen Feuerwerk war am Sonntagvormittag einem eifrigen Aktionismus gewichen. Schließlich gab es Sand satt zum Mitnehmen. Und für die Haaner Kinder war dieser sonnige Sonntag die letzte Chance, in den inzwischen mannshoch aufgetürmten Sandwällen zu toben. Sieben Wochen Haaner Sommer mit echtem Sommerwetter. Das hat die Stadt geprägt und die Menschen zusammengeführt. Echte Freundschaften sind entstanden beim gemeinsamen Feiern, Fegen und Klönen. Am Sonntag musste möglichst viel Sand abgeholt werden: Sand-weg-Party eben. So kamen die Sandträger mit Säcken, Eimern, Mülltonnen und Anhängern. Alle mit Schippen bewaffnet und voller Arbeitseifer.

Die Einen holten den Sand für einen Solinger Kindergarten, der jetzt endlich einen großen Sandkasten erhalten soll. Sieben Väter, eine Mutter und ganz viele Kinder schaufelten um die Wette. Familie Löhe mit den Kindern Marcel und Marie-Sophie hatten endlich ihr Spielhaus fertig. Nun wurde gemeinsam der Sand abgeholt. Wolfgang Lefkes füllte Speißbottiche mit Sand, um die Feuchtgebiete seines Gartens am Spörkelnbruch aufzuwerten. Familie Kadach aus Hilden braucht eine neue Terrasse, der Haaner Sand kam zur rechten Zeit.

Der Sandmann Reinhold Wagner war verblüfft. Noch nie wurde so viel Sand abgeholt wie dieses Mal. Rund fünf Tonnen dürften es gewesen sein; in den Vorjahren waren es meist nicht mehr als 1000 Kilogramm. Das ist wenig im Vergleich zu den restlichen 145 Tonnen, die am Montag vom Erkrather Bauer Liethen abgeholt werden, kostenlos versteht sich.

Wie so vieles beim Haaner Sommer kostenlos passiert. Vorstandschef Michael Kramp vom "Haaner Sommer"-Verein nimmt sich Urlaub, um die Arbeit zu organisieren. Die Mitglieder des Vereins ziehen an einem Strang, um ein Super-Sommer-Event in Haan auf die Beine zu stellen. Unterstützt werden sie auch vom Bauhof der Stadt Haan, von der Stadt-Sparkasse und sehr vielen Haaner Geschäftsleuten. "Nicht zu vergessen sind die Anwohner, die das lebhafte Treiben am Strand tolerieren, und manchmal auch den Lärm. "Beschwert hat sich bisher noch niemand" sagt Kramp.

Im Gegenteil: Die fleißigen Helfer seien mit Kaffee und Kuchen versorgt worden, fügt er hinzu. Tatsächlich ist die Sauberkeit am Strand für den Verein selbstverständlich und darum wohl auch ein Grund für die Toleranz. "Das schönste am Haaner Sommer 2013 war das Wetter", sagte Mohammed Mouzouri, aktiver und ständig präsenter Baywatch-Team-Mitarbeiter. Unermüdlich war der Hauptschüler der Klasse 8 im Dienst. Er wusste immer, wo Besen, Schraubendreher oder Ersatzkabel zu finden sind. Vorstandsmitglied Irena Steinjan resümiert: "Petrus muss ein Fan des Haaner Sommers sein. So viel Sonne hat er uns in diesem Jahr geschickt".

(gund)