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Haan: Haaner Schulbücher kommen diesmal aus Berlin

Haan : Haaner Schulbücher kommen diesmal aus Berlin

Die Haaner Vergabedienstanweisung sieht vor, dass Werte über 75 000 Euro öffentlich ausgeschrieben werden. 60 Angebote gab es. Am Ende bekam im Losentscheid ein Händler aus der Hauptstadt den Zuschlag, der Lehrwerke für 111 000 Euro lieferte.

Bis 2011 hatte die Stadtverwaltung Haan örtliche Buchhändler mit der Lieferung der Schulbücher beauftragt. Im vergangenen Jahr musste sie – nach einem Hinweis des jetzt zuständigen Rechnungsprüfungsamtes des Kreises Mettmann – die Bestellung in Höhe von 111 000 Euro deutschlandweit ausschreiben.

"Alle Bücher wurden pünktlich geliefert – lediglich einige Nachzügler werden noch erwartet, doch das liegt an Lieferverzögerungen des Verlags", sagt Friederike von Wiser, Schulleiterin des Städtischen Gymnasiums Haan. "Dass alles reibungslos funktioniert hat, ändert jedoch nichts an unserer Meinung, dass die Bücher nicht unbedingt aus Berlin kommen müssen."

Denn ein Berliner Händler hatte sich gegen 36 weitere Unternehmen, die in die engere Auswahl kamen, durchgesetzt – wie im vergangenen Jahr per Losverfahren. Die Haaner Vergabedienstanweisung sieht vor, dass Werte über 75 000 Euro öffentlich ausgeschrieben werden. Damit fallen die Schulbücher mit ihrem Wert von rund 111 000 Euro darunter. "Mehr als 60 Buchhändler haben sich auf unsere Ausschreibung beworben", erklärt Astrid Schmidt vom Amt für Jugend, Schule und Sport der Stadt Haan. "Sie alle boten gleichwertige Leistungen, die nach umfangreichen Kriterien bemessen werden." So gibt es etwa eine Fax-Hotline, die Internetbestellung ist möglich und übersichtlich gestaltet und die Bücher sind umweltfreundlich verpackt, wenn sie nach Haan geliefert werden. Das war bei rund 30 weiteren Bewerbern, die gar nicht erst in den L ostopf kamen, nicht der Fall. "Wir müssen uns hier an die gesetzlichen Vorgaben halten", so Schmidt. "Fest steht aber auch, dass sich kein heimischer Händler beworben hat." Das bedauert auch Reinold Mertens, der die Emil-Barth-Realschule leitet. "Unsere Bestellung im Wert von rund 25 000 Euro war wie gewünscht vollständig in der letzten Ferienwoche vor Ort", sagt er. "Dennoch hätten wir es uns gewünscht, von einem heimischen Unternehmen beliefert zu werden, um die Wirtschaft in unserer Stadt zu unterstützen."

Das will auch Petra Lerch, Vorsitzende des Haaner Rechnungsprüfungsausschusses: "Wir haben gehofft, dass Stadtverwaltung und Rechnungsprüfungsamt des Kreises Mettmann eine rechtlich saubere Lösung finden, die es ermöglicht, örtlich auszuschreiben. Damit könnte man die künftigen Leser auch daran gewöhnen, Bücher im Handel statt im Internet zu kaufen." Wie Reinold Mertens sagt sie aber: "Ich kann es nachvollziehen, dass sich die Stadt an das geltende Recht hält, da gibt es keine zwei Meinungen. Ob das jedoch immer alles von Vorteil ist, steht auf einem anderen Blatt."

(RP)