Haan: Haaner Kinder gehen bald in die Busschule

Haan : Haaner Kinder gehen bald in die Busschule

Spätestens wenn Tim Tonne bei einer mittelschweren Bremsung durch den Mittelgang des Linienbusses purzelt, begreift auch der letzte Fahrgast der Rheinbahn-Busschule, dass er sich stets gut festhalten muss. Im nächsten Jahr sollen auch in Haan Kinder der vierten Klassen – und möglicherweise auch die Schüler der fünften Klassen weiterführender Schulen in den Genuss des besonderen Verkehrsunterrichts kommen.

Sponsoren sollen Kosten tragen

Auf Antrag der SPD-Fraktion befasste sich der Schulausschuss jetzt mit der Frage, die Busschule auch in Haan anzubieten. Bis zur nächsten Sitzung soll der Bedarf festgestellt und auch ermittelt werden, wie viel Geld für das besondere Bildungsprojekt bereitstehen müsste. Wobei Kämmerin Dagmar Formella gleich feststellte, dass die Kosten von 800 bis 1000 Euro für die sechsstündige Unterrichtseinheit wohl von Sponsoren aufgebracht werden müssten, da sich "der Haushalt damit schwertun" werde.

Ina Baumann, Verkehrspädagogin bei der Rheinbahn, nannte einige Punkte, die in der Busschule auf dem Stundenplan stehen: der sichere Weg zur Haltestelle, das richtige Verhalten an Haltestellen, sicheres Ein- und Aussteigen sowie das Verhalten im Fahrzeug (Sitzen und Stehen). Auf Wunsch der Schulen werden dazu spezielle Probleme bearbeitet.

Das Unternehmen Busschule hat Erfolg. Eine wissenschaftliche Untersuchung in Meerbusch habe gezeigt, dass die Zahl der Schulwegunfälle innerhalb von vier Jahren um 70 Prozent abgenommen habe, erklärte Ina Baumann. Zahlen für Hilden, wo die Busschule seit vielen Jahren angeboten wird, gibt es nicht. Für aussagefähige Vergleiche seien die Unfallzahlen zu gering. Statistisch belegt sei aber, dass sieben Prozent aller Schulwegunfälle bei der Benutzung von Bussen und Bahnen geschehen.

Probleme an Haaner Haltestellen

Jochen Sack (GAL) bestätigte, dass das Fahren mit Bus und Bahn gelernt sein wolle. Ein Angebot in Haan solle in Absprache mit den Schulen entwickelt werden. Die Busschule müsse auch "ein Stück Realität wie das Fahren in überfüllten Bussen" bieten, so Sack.

Marlies Goetze (CDU) fragte, ob es Probleme an Haltestellen gebe. Uwe Elker (SPD), selbst Chef der Polizeistation Mettmann, wunderte sich, dass an der Haltestelle Nachtigallenweg "noch nicht mehr passiert ist". Auch die Haltestellen Haan-Markt und Stadtbad seien "nicht ohne".

(RP)
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