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Haan: Haan braucht viel Geld für Kindergärten

Haan : Haan braucht viel Geld für Kindergärten

Im Herbst sollen Weichen gestellt werden für Bauprojekte an der Hochdahler und an der Bachstraße.

Das Ziel ist eindeutig: Die Stadt Haan unterstützt Pläne von Kindergartenträgern, die Zahl der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren zu erhöhen. Allerdings muss noch so manche Verhandlungsrunde geführt werden, bis auch finanzielle Fragen beantwortet sind. Es geht um siebenstellige Beträge. Zwei Vorhaben stecken derzeit in der Planungsphase. So will die katholische Pfarre St. Chrysanthus und Daria Haan nach dem Abriss der ehemaligen Kirche Maria vom Frieden an der Hochdahler Straße einen neuen viergruppigen Kindergarten errichten. Der ersetzt den alten zweigruppigen. Die Stadt griff den Vorschlag der Kirche dankbar auf, zwei zusätzliche Gruppen zu errichten. Schließlich gilt der Bereich Unterhaan als der Stadtteil mit der niedrigsten Kindergarten-Abdeckung. Allerdings muss die Kommune sich an den Kosten beteiligt.

Pfarrer Dr. Reiner Nieswandt stellte im Jugendhilfeausschuss am Donnerstagabend das Bauvorhaben der Kirche vor. Im Winter soll das frühere Gotteshaus abgebrochen werden. Nach Fertigstellung des neuen Kindergartens soll der alte abgerissen und das Gelände mit Doppelhäusern bebaut werden.

Zur Jugendhilfeausschuss-Sitzung im November will die Verwaltung eine Vorlage erarbeiten, auf dass die Politiker schon im Vorgriff auf den Haushaltsplan 2014 einen Beschluss fassen. Stadtkämmerin Dagmar Formella erwartet, dass die Etats bis ins Jahr 2020 nicht mehr ausgeglichen werden können. Entsprechend möchte sie frühzeitig finanzielle Weichen stellen.

In der kommenden Woche steht ein Gespräch der Stadt beim Erzbistum in Köln an. Darin sollen Details zum gemeinsamen Projekt an der Hochdahler Straße besprochen werden. "Wir werden so lange sitzen, bis weißer Rauch aufsteigt", machte Formella klar, dass sie ein festes Ergebnis erwarte.

Der Verein Private Kindergruppe möchte seine Einrichtung an der Bachstraße auf fünf Gruppen erweitern – am liebsten in einem Neubau auf dem unteren Schulhof. Der Vorstand hat im Rathaus ein neues Finanzierungskonzept vorgelegt. Diese Berechnung wird am 26. September auch in der Sitzung des Wirtschaftsförderungs- und Liegenschaftsausschusses auf dem Tisch liegen. Dieses Gremium soll sich mit Fragen der Vermarktung des ehemaligen Schulgeländes befassen. Der Verwaltungsvorstand hat sich mit den Zahlen befasst und hält einen Neubau unter haushaltstechnischen Aspekten für die schlechteste Lösung, wenngleich ein Neubau unter pädagogischen Aspekten als durchaus sinnvoll gesehen wird. Im Rathaus wird eine Sanierungslösung favorisiert. Das heißt, dem heutigen Kindergarten würden um einige frühere Schulräume hinzugeschlagen und das Gebäude technisch ertüchtigt. Ein Abriss des Altbaus, so die erste Überlegung des Vereins, bringt kaum Zusatzgewinn, weil gerade in diesem Bereich die Hanglage besteht, die kaum nutzbares Bauland hergibt, hat das technische Dezernat ermittelt. Jugenddezernentin Formella stellt allerdings klar: "Wir brauchen und wollen die fünfte Gruppe." Gemeinsam mit dem Verein solle eine Lösung gefunden werden. In Kürze soll es politische Vorberatungen geben.

Zum Kindergarten-Neubau am Hasenhaus gibt es noch keine Baugenehmigung, erklärte Formella auf Anfrage. Der Investor habe noch Details in einer vertraglichen Regelung überarbeitet. Wenn die formalen Dinge erledigt sind, hofft die Stadt auf einen Baubeginn.

(RP)