Hilden: Güterzug-Unglück 2010: Hergang erst jetzt ermittelt

Hilden: Güterzug-Unglück 2010: Hergang erst jetzt ermittelt

Rund eine Million Euro Schaden entstand am 3. August 2010, als vier Waggons eines Güterzuges in Hilden-Karnap - nahe der Kleingärten am Ende der Siemensstraße - aus den Gleisen sprangen. Verletzt wurde zum Glück niemand. Die Bundespolizei hatte das Institut für Schienenfahrzeuge und Fördertechnik an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen mit der Untersuchung beauftragt. Erst jetzt - sieben Jahre nach dem Unglück - liegt das Gutachten vor, bestätigt die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung in Bonn auf Nachfrage unserer Zeitung: "Im Zuge der Untersuchung konnte bisher keine eindeutige Entgleisungsursache ermittelt werden, wobei davon auszugehen ist, dass die Kombination aus Gleislageabweichungen und längsdynamischen Effekten im Wagenzugverband entsprechende Entgleisungsbeiträge lieferten.

" Übersetzt bedeutet das: Offenbar haben bei dem Unfall mehrere Ursache eine Rolle gespielt. Der Güterzug war rund 2000 Tonnen schwer. Der neunte von 24 Waggons sprang aus den Schienen, wurde weitergezogen, kippte auf die Nachbargleise, knickte einen Leitungsmast um und zerstörte das Brückengeländer. Dann stürzte der Waggon die Böschung hinunter. Schließlich entgleisten auch die drei nachfolgenden Wagen. Es war wohl Glück im Unglück, dass der Güterzug nur Kohlenstaub geladen hatte und es dort keine Straße oder Häuser direkt an den Gleisen gibt.

Warum hat die Untersuchung so lange gedauert? Zum einen gibt es nur wenige Fachleute für Eisenbahn-Unglücke in Deutschland - und die haben auch noch viel zu tun. Zum anderen sind die Experten gehalten, zunächst Zugunfälle zu untersuchen, bei denen im Gegensatz zu dem Hildener Unfall Menschen verletzt wurden.

(cis)