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Grundschulverbund Schulstraße Hilden: Schüler werden Experten

Hilden : Kleine Experten lassen Publikum staunen

15 Mädchen und Jungen des Grundschulverbundes Schulstraße präsentieren in der Hildener Musikschule Arbeiten zu ihren speziellen Wissensgebieten.

„1916 kaufte Ole Kirk Christiansen eine Maschinentischlerei und Zimmerei“, erzählt Max. Die Wirtschaftskrise zwang den Dänen dazu, neue Produkte zu entwerfen. Er stieg in die Spielzeugbranche ein und nannte sein Holzspielzeug zunächst „leg godt“, was soviel wie „spiel gut“ bedeutet. Unter der Abkürzung LEGO kennt sie heute jeder, die kleinen Plastiksteine, die Ole von der Firma Page abgeschaut hat. „23 Jahre später bekam die Firma Page eine Abfindung in Höhe von 50.000 Euro für die geklaute Idee“, berichtet Max weiter.

Der Schüler des Grundschulverbundes Schulstraße zählt zu den zwölf Experten, die während des Experten-Tages ihre Arbeiten im Strangmeiersaal der Musikschule einem sehr gespannten Publikum präsentierten. „Ein ganzes Jahr Arbeit steckt dahinter“, betonte Schulleiterin Renate Coenen. Begonnen hat alles 2011. „Wir haben eine Fortbildung in Münster zur Begabtenförderung gemacht“, erinnert sich Bianca Kubale, die gemeinsam mit Pia Rogall das Forder-Förder-Projekt im Grundschulverbund betreut.

„Wir haben das Konzept auf unsere Schule übertragen“, meint Rogall. Jedes Kind hat die Möglichkeit, sich für dieses Projekt zu bewerben. „Die Kinder suchen sich ein eigenes Thema, das sie interessiert“, sagt Kubale. Dann folgen Tests, Rücksprache mit dem Klassenlehrer und Gespräche mit den Schülern. Nach drei Wochen stehen die Teilnehmer fest und die Arbeit kann beginnen. Es wird recherchiert, gelesen und gebastelt. „Zunächst gibt es eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema“, erklärt Pia Rogall. Die Schüler schreiben ein Buch. Während des kreativen Teils erschaffen die Schüler ein Kunstwerk zu ihrem Thema. Der dritte Teil besteht aus einem Vortrag zu einer Powerpoint-Präsentation am Experten-Tag.

Fynn (10) hat sich das Thema „Flugzeugentwicklung“ ausgesucht, Delia (9) hat sich mit Sonnenblumen befasst. „Meine Mutter hat ein Gemälde mit Sonnenblumen und auch meine Nachbarn haben Sonnenblumen“, verrät sie, was sie auf die Idee gebracht hat. Fynn erklärt: „Ich habe mir das Thema ausgesucht, um etwas Neues zu lernen.“ Denn eigentlich will er erst Automechaniker und dann Feuerwehrmann werden. Für die Präsentation hat Fynn einen roten Doppeldecker gebaut. Der Körper besteht aus eine Chipsdose. „Die hab ich rot bemalt“, erzählt der 10-Jährige. „Wenn ich an Doppeldecker denke, denke ich an ein rotes Flugzeug.“ Delias Sonnenblume hat sie mit echten Sonnenblumenkernen gestaltet. Die 9-Jährige hat vieles dazugelernt über Sonnenblumen. „Dass sie Keimlinge hat, wusste ich nicht“, gibt sie zu. „Und dass sich Sonnenblumen immer zur Sonne neigen.“

„Wir haben vieles dazugelernt“, betont Musikschulleiterin Eva Dämmer, die durch das Programm führte. So erzählte Ole über die verschiedenen Korallenriff-Formen, wie Saumriff, Plattformriff und Barriereriff und an was die Korallen sterben: „Klimawandel, Müll und Fischerei.“ Sebastian widmete sich den Delfinen. „Es gibt 46 Arten“, erklärt er, „sie können 1,5 bis 4 Meter lang werden.“ Interessantes über das Gehirn erzählte Emilio und Gabriela widmete sich dem Sonnensystem. Josephin untersuchte die Kommunikation der Bäume, während sich Paul mit dem Internet, Philin Safiye mit dem menschlichen Skelett, Anna-Maria mit der Nordseemuschel und Aysegül mit Pflanzen befasste. Mit ihren ausgefeilten  Vorträgen versetzten die kleinen Experten ihr Publikum in Staunen und wurden mit begeistertem Applaus belohnt.