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Gruiten: Gruitener sorgen für ein sauberes Dorf

Gruiten : Gruitener sorgen für ein sauberes Dorf

Eine Handvoll Menschen säuberte am Freitag beim Dreck-Weg-Tag einige Stellen in Gruiten. Nur wenige packten mit an.

Seit etwa 15 Jahren sammelt Josef Stausberg immer kurz vor Frühlingsbeginn bei einem privat organisierten Dreck-Weg-Tag in Gruiten Abfälle aus der Umwelt auf. "Es hat sich in den vergangenen Jahren etwas gebessert", sagt der Gruitener. In den Vorjahren fand der 81-Jährige sogar schon weggeworfene Fernseher oder Einkaufswagen in den Büschen. Diesmal pickte der Rentner vor allem kleine Schnapsfläschchen oder Plastikverpackungen aus dem Unterholz und vom Straßenrand mit seiner Greifzange auf.

Am Freitag fand sich erneut eine Handvoll Gruitener zusammen, um die Umgebung rund um die Bahnstraße, Düsselberger Straße, den Thunbuschpark und den Park+Ride-Parkplatz am Gruitener Bahnhof von weggeworfenen Abfällen zu säubern. "Die Umwelt ist ja nicht dazu gedacht, dass man dorthin Sachen wegwirft", sagt Josef Stausberg. "Es ist unser Wohnumfeld und das soll nicht dreckig sein", erklärt er. "Wegwerfen ist leicht, aber Aufsammeln ist sehr mühsam", findet der 81-Jährige. Hans-Joachim Friebe organisierte am Nachmittag eine Schubkarre, Müllsäcke und die Greifzangen vom städtischen Betriebshof. Einen Effekt hatte eine Kampagne der städtischen Abfallberatung nach Meinung des ehrenamtlichen Landschaftswächters kaum. Der Slogan "Sei kein Dreckspatz...wirf nichts daneben", klebt auf den Abfallbehältern rund um die Gruitener Bahnstraße. Gebracht hat es wenig. Denn Friebe sammelte gleich neben einem Abfallbehälter an der Düsselberger Straße mit seiner Greifzange Zigarettenstummel auf. "Die Leute werfen die Kippen einfach weg. In einem solchen Stummel befinden sich 20 verschiedene Giftstoffe", ärgert sich Friebe.

Als Mitstreiter hat der Gruitener Landschaftswächter auch seine Frau Ulrike und Gerhard Dreps dabei. Der 78-Jährige fischte im Thunbuschpark einen entsorgten Bierkrug aus dem Unterholz und verschiedene Pappbecher sowie weitere Schnapsflaschen. "Viele Menschen werfen einfach etwas weg, frei nach dem Motto ,Aus den Augen, aus dem Sinn'", ärgert sich Hans-Joachim Friebe. Vor allem junge Menschen müssten für eine saubere Umwelt sorgen, findet der leidenschaftliche Naturschützer.

Landschaftswächter Friebe hat vor allem Plastikmüll den Kampf angesagt. Der Gruitener weist darauf hin, dass schätzungsweise 20000 Tonnen Plastikmüll beispielsweise in die Nordsee gelangen. Den Kampf der Europäischen Union, per Gesetze weniger Plastikmüll zu verursachen, hält er nur für bedingt wirksam. "Brüssel kann noch so viel sagen. Wir müssen an der Basis was dagegen tun", fand Friebe. Die Basis hielt sich gestern aber größtenteils beim Sammeln zurück. Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene waren gestern, am letzten Schultag vor den Ferien, bei der Aktion aber Fehlanzeige. Ohnehin fehlte den vorbildlichen Müllsammlern die Unterstützung am Freitagnachmittag.

(RP/ac)