Grüne: A3-Ausbau ist beschlossene Sache

Hilden : Grüne: A3-Ausbau ist beschlossene Sache

Aber Bürger und Kommunen können noch über das Wie der Umsetzung mit entscheiden, meint Oliver Krischer.

Der Ausbau der A3 ist schon seit zwei Jahren beschlossene Sache, doch jetzt beginnt die konkrete Planung. Bis 2020 soll die A3 von sechs auf acht Spuren erweitert werden. Was das für die Hildener Bürger, die Anwohner der Autobahn und die angrenzenden Naturschutzgebiete bedeutet, wurde bei einer Infoveranstaltung der Grünen im Bürgerhaus Hilden diskutiert. Die Grüne Ratsfraktion hatte die Stadtverwaltung gebeten, dazu eine Bürgerinformation mit dem Landesbetrieb Straßenbau NRW zu veranstalten. Da die Stadt dies ablehnte (weil noch nicht feststehe, was, wie und wann gebaut werde), veranstaltete die Fraktion ihre eigene Infoveranstaltung.

Die Bürger wurden informiert durch Claudia Roth, Sprecherin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Hilden, und vom Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer, stellvertretender Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bundestag. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Fraktionsvorsitzenden der Hildener Grünen, Klaus-Dieter Bartel. Da der Ausbau der Autobahn 3 schon im Bundesverkehrswegeplan 2030 verankert ist, sei es keine Frage, ob es den Ausbau gebe sondern nur wie er umgesetzt wird, erklärte Oliver Krischer.

Die Hildener selbst sind von dem Ausbau auf der Strecke zwischen Langenfeld und dem Hildener Kreuz betroffen. Roth wies darauf hin, dass der Ausbau der A3 entweder zu Lasten der Umwelt und den angrenzenden Naturschutzgebieten gehen werde oder zu Lasten der Anwohner, die sich auf erhöhten Lärm, vermehrte Abgase und in Einzelfällen vielleicht sogar einen Umzug einstellen müssten. Dieser Aspekt bot in dem gut besuchten Bürgerhaussaal viel Diskusionsstoff und regte einen Meinungsaustausch über eventuelle Lösungen an. Die Benutzung des Standstreifens als vierte Spur in beide Richtungen und die Umleitung der A3 über die A59 setzten sich am meisten als Lösungsansätze durch. Das Ziel der Planer sei es, nach einer Bestandsaufnahme die schützenswertesten Gebiete herauszufinden und diese bei der Planung außen vor zu lassen. Außer dem Ausbau soll die Zahl der Auto- und Lastwagen-Parkplätze am Rastplatz Ohligser Heide auf je hundert Stellplätze aufgestockt werden. Die Planer begründen das durch ein steigendes Verkehrsaufkommen in naher Zukunft. Durch den Ausbau sollen 50 Minuten Stau am Tag vermieden werden.

Nach ihrem Vortrag gab Claudia Roth noch ein klares Statement zum Ausbau der A3 ab. „ Es wird keine konfliktfreie Trasse geben“, sagt sie bestimmt.

Auch der grüne Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer sprach sich deutlich gegen den Ausbau aus. „Die Autobahn wird ausgebaut, um Stau zu vermeiden, doch das verhindert keinen Stau, wie man am Beispiel in Californien sehen kann. Dort wurde eine Straße auf bis zu zwölf Spuren je Richtung ausgebaut, bis man gemerkt hat das ein Ausbau keinen Stau verhindert.“ Krischer wies aber auch darauf hin, dass der Ausbau zwar schon beschlossen sei. Bürger und Kommunen aber noch über das Wie der Umsetzung mit entscheiden könnten.

Die Verkehrsuntersuchung ist Grundlage für die Lärmschutzberechnungen. Ergebnisse sollen bis 2019 vorliegen, hat die Stadt Hilden vom Landesbetrieb erfahren. Planungsamtsleiter Peter Stuhlträger: „Die Fachplanungsergebnisse würde Straßen NRW der Politik und den Hildener Bürgern in 2020 vorstellen.“

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