Hilden: Großes Interesse an Glasfaser-Anschluss

Hilden: Großes Interesse an Glasfaser-Anschluss

Michael Gotowy von der Hilden Media drückt aufs Gas. Bis 23. September sollen sich 40 Prozent der Bewohner in Hilden-West für einen Anschluss ans schnelle Glasfaserkabelnetz entschieden haben. Nur dann kann die neue Tochterfirma der Stadtwerke Hilden mit dem Bau loslegen.

Das Gebiet, das im besten Falle noch in diesem Jahr angeschlossen werde soll, umfasst 600 Gewerbebetriebe und 1300 Privathaushalte. Erster Eindruck: Die Mehrheit der 100 interessierten Bürger will das Angebot offenbar nutzen. So wie Markus Langen, der für seinen Vater, einen Hauseigentümer, da war: "Super interessant", sagt er, "vor allem interessanter als das Angebot der Konkurrenz. Im Prinzip habe ich mich schon entschlossen. Ich würde immer den lokalen Anbieter vorziehen."

Auch Simon A. erwägt den Einstieg ins Glasfasernetz. "Ich bin zwar derzeit ganz gut versorgt, denke aber an die Zukunft. Und da ist so ein Anschluss bei Hilden Media sehr sinnvoll." Manche konnten es gar nicht abwarten, bis ihr Stadtteil angeschlossen wird. "Wir wohnen an der Seidenweberstraße", sagte ein Zuhörer. "Bei uns verläuft die Grenze genau auf der Straße. Ich hoffe wir sind beim ersten Abschnitt dabei. Ich habe zehn Nachbarn angesprochen. Und die wollten alle." Oliver Schläbitz, Centerleiter Vertrieb bei den Stadtwerken Hilden, versprach, im Sinne der 21 betroffenen Häuser eine schnelle Lösung zu finden. Auch wenn sie nicht für diesen ersten Bauabschnitt vorgesehen sind. Sandra Meier, die Mieterin einer Genossenschaft, muss sich noch in Geduld fassen. Ihre Straße gehört nicht zu den ersten Maßnahmen. Sie geht aber davon aus, dass die Genossenschaft sich auf jeden Fall ans Glasfasernetz anschließen lässt, allein schon um den Wert der Immobilie zu steigern.

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Vor Ort gab es auch noch einige Fragen zu klären: Call by Call ins Mobilfunknetz und ins ausländische Netz funktioniert mit Hilden Media nicht. Die Einheit vom Fest- ins Mobilfunk-Netz kostet 14,9 Cent pro Minute. Beim Ausland spielt immer die Entfernung eine Rolle. Es können bis zu zehn Telefonnummern mitgenommen werden, drei davon sind kostenfrei. Und - diese Frage stand auch im Raum - "wenn der Hausbesitzer den Anschluss nicht wünscht, hat der Mieter keine Chance", sagte Gotowy.

Der Anschluss wird in jedes Haus gelegt, in der Regel ohne den Garten aufzureißen. Die entsprechenden Lehrrohre und Kabel werden unterirdisch durch den Boden geschossen, wenn nötig sogar um das Wurzelwerk von Bäumen herum. Die Preise liegen zwischen 42,90 und 59,90 Euro pro Monat, je nach gewählter Schnelligkeit. Der günstigste Tarif bietet 60 Mbit/s im Download (wenn ich etwas herunterladen will) und 25 Mbit/s, wenn ich etwas ins Netz stellen will (Upload). Im teuersten Tarif sind das 250 Mbit/s und 50 Mbit/s. Wer auch sein Fernsehprogramm über Glasfaser empfangen will, muss noch mal um die zehn Euro drauf legen. Das hat aber den Vorteil, dass man über einen Receiver während des Guckens stoppen kann.

(RP)