Große Inspektion für ein Spaßbad

Hilden : Große Inspektion für ein Spaßbad

Ein Hallenbad ist ein komplexes technisches System. Es muss regelmäßig gewartet werden. Das dauert. Beim Hildorado zwölf Tage.

Instrumente für die beiden neuen Umwälzpumpen. Sie kosten rund 40.000 Euro. Foto: Christoph Schmidt
Alle Becken werden abgelassen und mit Hochdruck gereinigt. Foto: Christoph Schmidt
Holzgutachter Günther de Graaff (l.) spricht mit Bäder-Chef Paßenheim. Foto: Christoph Schmidt
Ingo Paßenheim ist Centerleiter Bäder bei den Stadtwerken Hilden und schaut regelmäßg nach dem Rechten. Foto: Christoph Schmidt
Bunte Wasserspeier im Kleinkinderbecken. Foto: Christoph Schmidt
Daueraufgabe: Fliesen müssen ständig ausgebessert werden. Foto: Christoph Schmidt
In dieser Anlage wird das Desinfektionsmittel für die Wasseraufbereitung dosiert. Foto: Christoph Schmidt
Blick in die Steuerung für das Badewasser. Foto: Christoph Schmidt

„Warum gerade jetzt?“, hatte eine Schwimmerin bei Facebook geschrieben, als sie das Hildorado verschlossen vorfand. „Weil wir jetzt unseren Gästen das Waldbad als Alternative anbieten können“, erklärt Susanne Müller, Pressesprecherin der Stadtwerke Hilden. Sie betreiben das Sport- und Spaßbad an der Grünstraße: „Wir brauchen diese zwölf Tage, um die Becken zu leeren, zu reinigen, zu kontrollieren und dann wieder zu füllen.“ Durchschnittlich 285.000 Gäste zählt das Spaß- und Sportbad pro Jahr.Das Sportbecken ist 312 Quadratmeter groß, das Freizeitbecken sogar 370. Da geht ganz schön viel Wasser rein. Bei der jährlichen Generalwartung wird auch die gesamte Technik überprüft. In diesem Jahr sind zusätzlich zwei große Sanierungsmaßnahmen vorgesehen. Einer der Betonbehälter für das so genannte Schwallwasser, rund 100 Kubikmeter groß, muss gemacht werden. Er nimmt das Wasser auf, das vom Schwimmbecken überläuft und leitet es zur Reinigung weiter. Und dann müssen noch zwei Umwälzpumpen erneuert werden. „Das kostet rund 40.000 Euro“, erläutert Ingo Paßenheim, Center-Leiter Bäder bei den Stadtwerken Hilden. Ein Energie-Audit hatte die beiden alten Pumpen als Energiefresser entlarvt. Der Austausch reduziert den Verbrauch und schont die Umwelt. Die neuen Pumpen verbrauchen aber immer noch so viel Energie wie etwa 60 Haushalte pro Jahr. Einen großen Teil des benötigten Stroms erzeugt ein Blockheizkraftwerk, dass die Stadtwerke 2018 für rund 700.000 Euro angeschafft haben. Ein mit Erdgas betriebener Motor erzeugt Strom. Die Abwärme wird zu Heizen des Wasser genutzt. „Das Blockheizkraftwerk erhöht die Wirtschaftlichkeit“, erläutert Paßenheim: „Die Investition hat sich bereits nach zehn Jahren bezahlt gemacht.“ Auch die Dachkonstruktion des Hildorado wird einmal im Jahr überprüft. Dazu werden meterhohe Gerüste in die geleerten Becken gestellt. Ein Statiker und Holzgutachter Günther de Graaff schauen dann nach dem Rechten. „Keine Pilze im Holz“, meldet de Graaf. Für Badegäste ist das Hildorado wieder ab Samstag, 6. Juli, geöffnet.

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