Auf Ein Wort Sara Schäfer: Gott aber sieht das Herz an

Auf Ein Wort Sara Schäfer: Gott aber sieht das Herz an

In dieser Woche hat die Buchmesse in Leipzig wieder ihre Tore geöffnet. Fachleute, Verlage und Lesebegeisterte werden von Donnerstag bis Sonntag erkunden, was die Welt der Bücher Neues zu bieten hat - sei es im Bereich elektronische Lesemedien, seien es Trends in den verschiedenen Genres der Unterhaltungs- oder der Fachliteratur.

Doch nicht nur Vorfreude begleitet die Lesebegeisterten in diesen Tagen, einige blicken auch mit Sorge nach Leipzig: Wieder sind auch rechte Verlage zugelassen und nach den Ereignissen bei der Frankfurter Buchmesse im vergangenen Oktober stellt sich die Frage, ob es in Leipzig auch so weit kommen wird. Schon im Vorfeld mussten sich die Veranstalter der Frage stellen, ob man diesen Verlagen tatsächlich ein Forum bieten möchte, um sich zu präsentieren. Die Antwort war deutlich: Im Zuge der Meinungsvielfalt tun wir es - solange es nicht um kriminelle Machenschaften geht, darf jeder zu uns kommen. Ein bisschen ist das wie bei Kirche: Auch wir überprüfen nicht, wie jemand, der zu uns kommt, politisch gesinnt ist. Solange jemand uns offen und friedlich begegnet, begegnen auch wir ihm/ihr offen und freuen uns über jedes neue Gesicht in unserer Mitte. "Ein Mensch sieht, was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an." so heißt es im 1. Buch Samuel. Natürlich heißt das nicht, dass man alles gutheißen muss, was einem in der Welt begegnet. Aber es heißt, dass man manchmal eben die eigene Meinung hinten an stellen muss, um anderen die Möglichkeit zu geben, sich selbst ein Urteil zu bilden - zumal man so oft auch verhindert, dass sie ein noch größeres Forum bekommen, als ein von viel Aufregung begleitetes Verbot es vermutlich zur Folge hätte. FOTO: GEMEINDE

SARA SCHÄFER IST PFARRERIN DER EVANGELISCHEN KIRCHENGEMEINDE HAAN.

(RP)
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