Glückliche Gesichter beim Weltkindertag in Hilden

Hilden : Glückliche Gesichter beim Weltkindertag

Geschätzt 1000 Kinder und deren Eltern haben das üppige Spielangebot auf dem Schulhof des Grundschulverbunds Beethovenstraße im Norden genutzt.

Um 14 Uhr sind bereits 100 bis 150 Kinder auf dem Schulhof unterwegs. Bestimmt 30 stehen an der Rollenrutschbahn des Spielmobils Schlange. Dort gilt es, sich in eine Plastikkiste zu setzen, die dann, angeschoben von den Helfern, auf Rollen zu Tal rutschen. Das gefällt den Kindern im Grundschulalter: Mit leuchtenden Augen steigen sie unten aus, lassen sich die Kiste in die Hand drücken, die sie zu den Helfern zurückbringen müssen und stellen sich dann gleich wieder an.

Die zweite Attraktion ist der Bungee-Run: In einem Spielgerät ähnlich einer Hüpfburg aber lang gezogen, tragen sie einen Gürtel, der an einem Bungee-Seil befestigt ist. Je zwei treten gegeneinander an. Es gilt, beim ersten Lauf einen Stoffkegel auf die Bande zu setzen und beim zweiten Lauf ihn wieder einzusammeln. Klingt einfach, ist aber schwierig, weil das gespannte Bungeeseil sie gnadenlos zurückzieht.

Allmählich füllt sich der Schulhof. In Hilden haben das städtische Spielmobil, der Grundschulverbund Beethovenstraße inklusive Offene Ganztagsschule, das Team vom Abenteuerspielplatz der Freizeitgemeinschaft Behinderte und Nichtbehinderte, das Evangelische Familienzentrum an der Friedenskirche, der Johanniter Hilfsdienst, der Mobile Mitmachzirkus und das Kinderparlament ein großes Fest mit vielen Attraktionen organisiert.

2019 ist Kinderrechtsjahr. Seit genau 30 Jahren garantiert die UN-Konvention allen Mädchen und Jungen unter anderem das Recht, ernst genommen und beteiligt zu werden. Der Weltkindertag steht deshalb unter dem Motto „Wir Kinder haben Rechte!“. Dieses Thema hat das Kinderparlament kindgerecht aufbereitet. An einer Wand stehen Thesen, etwa: „Alle Kinder haben das Recht, ernst genommen zu werden.“ Es stehen aber auch diverse Thesen an der Wand, die frei erfunden sind. Etwa: Jedes Kind hat ein Recht auf ein Handy. Im Gespräch mit Jenny Riegel (23), die soziale Arbeit studiert und beim Kinderparlament aushilft, können sie erfahren, welche Aussagen stimmen, und welche nicht.

Es gibt natürlich auch Spielangebote beim Kinderparlament: Salim, 8, versucht herauszufinden, was sich in den vielen Taschen der „Fühleschlange“ verbirgt. Für ihn ist das eine knifflige Aufgabe, oft sucht er nach Worten, kommt erst nach diversen Tipps auf „Schlüssel“. Zur Schraube sagt er: „Ich weiß, was das ist, weiß aber das Wort nicht.“ Seine nächste Station sind die Kinderrechte. Hier gibt es einen Malwettbewerb: „Jeder, der ein Kinderrecht malt, nimmt an dem Wettbewerb teil und kann einen Büchergutschein, einen Drogerie-Gutschein oder ein Eisessen gewinnen“, erklärt Jenny. Salim stürzt sich auf die Stifte und zeichnet ein Handy. Was ihm bisher am besten gefallen hat: „Das mit dem Band (Bungee-Run).“

Es gibt einen Barfußpfad für die Kleinen und diverse Jonglieraktionen zum Mitmachen.

Die jungen Besucher können mit Riesen-Legosteinen bauen wie Timo, Mira und Deniz, Seifenblasen machen, Stockbrot backen oder sich am Kuchenbuffet des Schulverbunds satt essen. Dort verkauft Timos und Miras Mutter Getränke und selbst gebackenen Kuchen für 50 Cent oder einen Euro. Sie findet das Fest: „Super. Die Kinder kommen nur vorbei, wenn sie Hunger oder Durst haben.“

Wer nach dem Kuchen noch nicht satt ist, futtert Popcorn bei den Johannitern oder Bratwurst bei Mike Dörflinger, dem städtischen Spielmobil-Beauftragten, der die große Sause organisiert hat. Um 16 Uhr hat er bereits an die 200 Würstchen verkauft. Bis 19 Uhr sind es bestimmt noch ein paar mehr geworden.

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