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Gesundheitsamt Hilden. Das Turnen geht bald weiter

Hilden : Turnen im Gesundheitsamt geht weiter

Die Kündigung ist abgewendet: Dem von vielen Gruppen im Gebäude Kirchhofstraße 33-35 genutzte Multifunktionsraum fehlt ein zweiter Rettungsweg. Der wird demnächst geschaffen. So lange müssen die Turnkreise ausweichen.

Wie es nach Silvester weitergeht, kann Eva Knoche noch nicht genau sagen. Die Hildenerin leitet seit 22 Jahren Gymnastikkurse im Multifunktionsraum des Kreisgesundheitsamtes an der Kirchhofstraße direkt neben der Polizeiwache. Doch damit ist Ende des Jahres vorerst Schluss. „Durch Zufall erfuhr ich von einer Sekretärin des Gesundheitsamtes, dass der Raum ganz geschlossen wird“, sagt Knoche. Dabei war sie zunächst davon ausgegangen, dass ihre Kurse dort weiterlaufen können.

„Im Spätsommer wurde mir vom Gesundheitsamt Mettmann mitgeteilt, dass sie diesen Raum an die Stadt Hilden zurückgeben werden“, erklärt Knoche. Daraufhin habe sie bei der Stadtverwaltung angerufen. „Mir wurde mitgeteilt, dass sie ab 2020 die Trägerschaft übernehmen Aber sonst alles so weiter bestehen bleibe wie bisher.“ Sie brauche sich keine Sorgen zu machen, habe man ihr gesagt. Als die Kündigung kam, machte sie sich deshalb auch keine Gedanken. Doch dann sprach Knoche mit der Sekretärin des Gesundheitsamtes.

„Nach Rücksprache mit der Stadt wurde mir mitgeteilt, dies stimme, und von einer Weiterbenutzung im neuen Jahr sei nie die Rede gewesen“, erklärt Eva Knoche. Das unterstreicht der Beigeordnete Norbert Danscheidt: „Eine Zusage seitens der Stadt gab und gibt es nicht.“ Nachdem der Kreis Mettmann angekündigt hatte, dass das Kreisgesundheitsamt den Multifunktionsraum nicht mehr nutzen und zurückgeben möchte, haben Feuerwehr und Bauaufsicht zunächst geprüft, ob eine weitere Nutzung durch Vereine und Gruppen möglich ist, auch wenn das Kreisgesundheitsamt den Zugang und damit den zweiten Rettungsweg verschließt, berichtet er weiter. „Im September 2019 hat die Bauaufsicht erklärt, dass für die Nutzung des Raums ein zweiter Rettungsweg erforderlich ist“, so Danscheidt.

Doch der fehlt. Bislang. Denn die Grundstücksgesellschaft der Stadtwerke Hilden GmbH (GSH) möchte den Raum weiterhin zur Verfügung stellen und bereitet die notwendigen baulichen Veränderungen vor. „Ob die Nutzung lückenlos gelingt, steht noch nicht fest“, erklärt Norbert Danscheid. Das städtische Gebäudemanagement könne in der Zwischenzeit in begrenztem Umfang alternativ den Bürgertreff an der Lortzingstraße zu freien Zeiten zur Verfügung stellen. Eine gute Nachricht für alle Mieter des Multifunktionsraumes.

Nicht nur Eva Knoche und ihre Gymnastikgruppen nutzen den Raum. Auch das Deutsche Rote Kreuz, die Volkshochschule und Osteoporose-Gruppen treffen sich dort. Einige der Verbände und Vereine hätten erst durch einen Aushang von Eva Knoche von der Kündigung erfahren. Zwischendurch geisterte sogar das Gerücht durch die Stadt, das Kreisgesundheitsamt würden den Standort in Hilden aufgeben. Aber Kreissprecherin Daniela Hitzemann winkt ab: „Es bleibt alles erhalten. Der Kreis hat nur keine Verwendung mehr für den Raum, daher geben wir ihn zurück.“

Eva Knoche hat ihre Kurse, soweit es ging, zunächst einmal in andere Räume verlegt: „Ich habe zwei Gruppen beim DRK untergebracht, eine weitere in der Praxis, in der ich arbeite.“ Für eine weitere Gruppe sucht sie noch nach einer Lösung. Das Angebot der Stadt, Räume an der Lortzingstraße zu nutzen, findet sie zwar gut, es bringt sie aber nicht weiter. „Die Teilnehmer brauchen eine gute Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln, die dort leider nicht gegeben ist.“ Sie freut sich schon wieder auf den Tag, an dem sie mit ihren Klienten wieder an der Kirchhofstraße trainieren kann. Wann das sein wird, steht allerdings noch nicht fest.