Hilden: Gesperrt: Tribüne vor Gericht

Hilden: Gesperrt: Tribüne vor Gericht

Der HAT drohen in der neuen Saison Heimspiele vor leeren Rängen: In der Dr.-Ellen-Wiederhold-Halle verzögert sich die Erneuerung der Tribüne, weil diese als Beweismittel im Rechtsstreit zwischen Stadt und Unfallopfer dient.

"Eilbedürftigkeit" hatte Bürgermeister Horst Thiele im Haupt- und Finanzausschuss für die Erneuerung der maroden Teleskop-Tribüne in der 37 Jahre alten Dr-Ellen-Wiederhold-Halle angemahnt (siehe Info). Die Ausschussmitglieder waren mit der vorgezogenen Haushaltsmittelfreigabe von 230 000 Euro mehrheitlich dem Verwaltungsvorschlag gefolgt, damit die rund sechs Wochen dauernden Arbeiten in den nahenden Sommerferien hätten stattfinden können. Doch daraus wird nichts: Voraussichtlich am 21. September steht die Tribüne als Beweismittel für einen strittigen Versicherungsfall vor dem Langenfelder Amtsgericht und darf deshalb in ihrem momentanen Zustand nicht angetastet werden.

Arbeiter von Tribüne gestürzt

Vor zwei Jahren soll ein Hildener im Rahmen der Aufbauarbeiten für die Abitur-Feier des Helmholtz-Gymnasiums von der Tribüne gestürzt sein und sich beide Beine gebrochen haben. Seitdem befindet sich sein Anwalt im Rechtsstreit mit der städtischen Versicherung, was jetzt eine höchstrichterliche Schließung des Corpus Delicti zur Folge hatte. "Zudem mussten wir vor anderthalb Wochen die Tribüne sperren lassen, weil zwischenzeitlich die vordere Frontplatte beschädigt wurde, was ein Sicherheitsrisiko darstellt", erläutert Erster Beigeordneter Norbert Danscheidt. Doch eine Reparatur ist bis zur Verfahrenseröffnung nicht möglich.

Sehr zum Ärger von Markus Hermes, dem Vorsitzenden der Hildener Allgemeinen Turnerschaft (HAT). Der mit 3500 Mitgliedern größte Verein in der Itterstadt ist mit rund 90 Prozent auch der Hauptnutzer der Dreifach-Turnhalle am Holterhöfchen. Während die Saison für die HAT-Handballerinnen und die Volleyball-Teams bereits beendet ist, haben die Inline-Hockeyspieler noch zwei Partien — allerdings auswärts. Doch die neue Saison soll Anfang September natürlich nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit starten. Hermes sieht die Stadt denn auch in der Pflicht: "Zu unseren Handballspielen kommen in der Regel um die 150 Besucher." Gut doppelt so viele fasst die Tribüne — wie auch die der Fabricius- und der Halle Am Bandsbusch. Dort wie auch am Weidenweg hat Sportbüro-Chefin Claudia Ledzbor für den HAT schon mal Spielzeiten eingetragen, denn die im Bau befindliche neue Dreifach-Halle am Holterhöfchen dürfte im September noch nicht fertig sein.

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Versicherungsschutz geht verloren

Die Zeit drängt in jedem Fall: Laut Verwaltung geht der Versicherungsschutz verloren, wenn die Tribüne-Schäden nicht vor der nächsten Besichtigung der Gemeindeunfallversicherung behoben sind.

Hintergrund www.rp-online.de/hilden

(RP/rl)
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