Hilden: Gemeinsam für Kinder

Hilden : Gemeinsam für Kinder

Die Unicef-Gala gilt als Höhepunkt im Hildener Kulturkalender. Zu Recht: Zum 28. Mal begeisterten Künstler, diesmal aus zwölf Nationen, fast fünf Stunden lang mit einem bunt gemischten Musik-Programm.

Zum ersten Mal begrüßte Horst Thiele als Bürgermeister die Vertreter der Commerzbank AG und Anne Lütkes vom deutschen Unicef-Komitee. Heribert Klein, der 1982 die Gala nach Hilden holte, moderierte den Abend wie immer charmant, nicht ohne auf das ernste Anliegen, Geld für bedürftige Kinder in aller Welt zu sammeln, einzugehen. Mit dem Erlös der Veranstaltung wird der Bau von Schulen in Afrika unterstützt.

Vier Klavier-Elfen aus Japan

Das musikalische "Opening" übernahmen die Blechbläser des Sinfonischen Blasorchesters der Musikschule Hilden unter der Leitung von Thomas Volkenstein. Anschließend entzückten Kinder das Publikum: Allen voran der neunjährige Akim Camara auf der Violine. Die "Piano 4 Children", vier siebenjährige Elfen aus Japan, ließen dann 40 Finger im Walzertakt über die Klaviertastatur tanzen.

Das "Piano Duo of Asia" setzte auf Rock´n Roll. Spanisch erklang die neue Version des Unicef-Songs "Come make a little stepp of peace", das Pascal G. aus der Dominikanischen Republik ganz modern und tanzbar auf die Bühne brachte. Die Weltklassestimmen von Ricardo Tamura (Brasilien), Bonita Hyman (USA) und erstmalig Julia Elena Surdu (Rumänien) versetzten das Publikum in die Welt der Oper. Am Flügel begleitet von Stephen Harrison, Direktor der Deutschen Oper am Rhein, gab es stehende Ovationen für Klassiker wie "Dein ist mein ganzes Herz", "Over the Rainbow" und "Julias Walzer". Dass in der Pause alle Künstler Autogramme geben, gehört zu den Selbstverständlichkeiten der Gala. Echte Begeisterung auch: "Hier wird großartige Qualität in einer fast familiären Atmosphäre geboten", lobte Wilhart Etzel aus Düsseldorf.

Mit einem Alphorn begeisterte die Ausnahmekünstlerin Eliana Burki aus der Schweiz im zweiten Programm-Teil. Zusammen mit ihrer Band bewies die zierliche Blondine, wie man fernab der Berge mit einem "Funky Swiss Alphorn" jazzen kann.

Mit Funk und Soul brachten David A. Tobin und Dennis Legree (beide aus USA) in Begleitung von Tilo Baron (Saxophon) und Georg Derks (Piano) das Publikum in Club-Stimmung. "Let´s have a party", meinten prompt die acht Mann der "The N' Awlins Brassband" aus den Niederlanden, die mit Pauken und Trompeten in T-Shirt und Turnschuh die Zuhörer von den Stühlen rissen.

Mit drei italienischen Grazien von "Appassionante" und deren imposanten Stimmen, die auch ein "Nessun Dorma" nicht scheuten, ging es ins Finale: Minutenlanger Applaus und ein gemeinsames "Stille Nacht" beendeten die Unicef-Gala.

Zwei Bürgermeister im Publikum

Neben Bürgermeister Horst Thiele saß auch sein Vorgänger, Altbürgermeister Günter Scheib, im Publikum. Bei dem Versuch, dem Alphorn von Eliana Burki einen Ton zu entlocken, mussten allerdings beide Herren passen.

(RP)